Kaum zu glauben, aber wahr. Es gibt sie noch – jugendliche Christen. Wer sich sonntags in die Kirchen verirrt, hält das sicher für Quatsch. Da trifft man nur Oma und Opa. Am Samstag ​schmissen junge Christen aber eine Riesenparty für ihren Gott.

Der S-Club in Fulda platzte bei rund 800 feierwütigen Gläubigen aus allen Nähten. Es war höllisch heiß und stickig – den Jugendlichen war das egal. Für sie zählte nur eins: Sie bezeugten die Liebe Gottes. “200 mussten wir leider nach Hause schicken. Die hätten nicht mehr reingepasst”, erklärt Björn Hirsch, der Initiator des Gottesdienstes vom Netzwerk All for One. Wer es nach unten in den Club geschafft hat, wurde mit einem Goldregen begrüßt. Den kennt man sonst nur aus dem Fernsehen, wenn jemand bei Günther Jauch die Million abräumt.

“Wir wollen Gott über alles stellen, denn er ist das Wichtigste, was wir haben.” Ziel der Gottesparty war es, die Begegnung mit dem Herrn möglich zu machen. Amenrufe und tosender Applaus. Die Jugendlichen waren wie in Ekstase, jubelten, tanzten – und das ganz ohne Alkohol. “Es dauert nicht mehr lange, bis wir als Christen nicht nur zweimal im Jahr, sondern jedes Wochenende ganze Hallen füllen”. Keiner solle mehr für seinen Glauben belächelt werden. Gänsehaut trotz höllischer Hitze. Für einige Skeptiker aber sicher auch ein Kulturschock.

Der breiteste Pastor Deutschlands

Hauptact des Abends war Marcus Schneider – der “breiteste Pastor Deutschlands”. Anders als der Bischof im Dom hat er die Jugendlichen aufgeputscht und dazu gebracht, zuzuhören – zumindest am Anfang. “Bist du ein Mensch? Magst du Spaghetti? Magst du Shoppen? Dann halt jetzt dein Handy hoch”, versucht er krampfhaft locker zu sein, driftet aber schnell ins Philosophische ab. Jeder habe in seinem Herzen eine Sehnsucht – nach Geborgenheit, nach Begegnung. Keiner will allein sein. Aber keine Angst. Dafür gibt es die Liebe Gottes. “Sie ist das Stärkste, das es auf der Erde gibt. Denn sie ist bedingungslos, kennt keinen Anfang und kein Ende.” Diese Liebe gebe dem Leben einen Wert, einen Sinn. Wer wollte, konnte sich am Ende noch den Segen abholen – bei so vielen Gläubigen brauchte man dafür aber ein bisschen Geduld.

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