Virtual Reality ist das Neuste vom Neuen in der Gaming-Branche. Das fanden auch Dariusz Kaleta (32) und Kai Schiek (34). Die beiden Zocker-Kumpels waren von Anfang an fasziniert von der neuen Technik und haben vor Kurzem in Bad Hersfeld ihre Virtual-Reality-Lounge Arcade” eröffnet.

Worum geht´s?

Das Konzept: Virtual Reality einer breiten Masse zugänglich machen. „Wir haben uns gedacht: Machen wir mal so einen Laden auf”, sagt uns Kai und erklärt, dass das eine relativ spontane Idee gewesen sei. Nachdem man aber in Fulda keine Räume fand, wichen sie auf Bad Hersfeld aus. In fünf Räumen kannst du dein Können alleine, im Koop-Modus oder auf einem der beiden Virtualizer testen. In diesen kannst du durch besondere Schuhe auf der Stelle laufen, dich also in der virtuellen Welt zu Fuß bewegen. Ausgestattet sind alle Räume mit HTC Vive-Brillen, die auch ohne Virtualizer ausreichen, damit sich laut Dariusz “das Gehirn nach fünf Minuten aus der Realität verabschiedet”. Am erfolgreichsten sei der Zombie-Shooter „Arizona Sunshine”, ausgelegt für zwei Spieler. „Die Leute hören Zombie-Shooter und wollen den Rest schon gar nicht mehr ausprobieren!”

Und wie läufts?

Anfangs waren die Jungs sich nicht sicher, ob das Projekt auf Anklang stoßen würde. Mittlerweile haben sie Stammkunden, die sogar in ihrer Mittagspause mal kurz eine Runde zocken gehen. „Familien mit Kindern kommen genauso wie Banker in ihrer Pause”, sagt Kai und erwähnt, dass sogar Leute aus Köln, Hamburg oder Stuttgart anreisen. Denn deutschlandweit gibt es erst zwei vergleichbare Läden. Wer von Virtual Reality immer noch nicht überzeugt ist, sollte dem „Arcade” mal einen Besuch abstatten, denn ihr werdet definitiv eines Besseren belehrt werden.

So cool fanden wir es in der VR-Lounge

Normalerweise bin ich eher der Kontaklinsen-Typ. Heute habe ich mich aber für die Brille entschieden – die HTC-Vive. Sie bringt mich in sekundenschnelle von den Räumen der „Arcade” Lounge in eine völlig andere Welt. Dann noch Kopfhörer auf die Ohren, und die Illusion ist perfekt. Ich stehe in mitten einer fiktiven Stadt – um mich herum Wolkenkratzer, Autos fahren vor mir auf der Straße. Über mir sehe ich einen Polizeihubschrauber. Mit einem Fahrstuhl geht es mehr als 100 Meter nach oben. Vor mir ist eine Planke – so wie man sie aus Piratenfilmen kennt. Allerdings blicke ich nicht auf ein Meer unter mir, sondern auf harten Asphalt. Definitiv nichts für Leute mit Höhenangst. Ich setze die Brille ab und bin wieder in der „Arcade” Lounge. So muss sich Teleportation anfühlen. Im Koop-Raum geht es für unseren Prakti Markus und mich auf virtuelle Zombiejagd. Also Brille wieder auf, Controller in die Hand und schon stehe ich mit einer Knarre in einer felsigen Gegend voller Zombies. Zu zweit machen wir einen nach dem anderen kalt. Dann geht uns die Munition aus. Jetzt nur keine Panik. Überall stehen leere Autos, hier finden sich das ein oder andere Magazin und neue Waffen. Bei dem Game muss ich aber nicht nur auf Zombies aufpassen. Auch mein Partner steht ab und zu in der Schusslinie – weil ich keine Ahnung habe, wo er sich im Raum befindet. Gut, dass Dariusz und Kai aufpassen, dass wir uns nicht die Köpfe einschlagen, sondern nur den Zombies. Mission Zombie killen completed. Jetzt hab ich Bock auf den Virtualizer. Zusätzlich zu Brille und Kopfhörern streife ich mir jetzt ultraglatte Schuhe über und schmeiße mich in eine Art Babyhopser. Ich verlasse die „Arcade” Lounge und werde in ein Horrorhaus gebeamt. Alles ist düster, ein Baby schreit die ganze Zeit. Ich laufe – anfangs etwas unbeholfen – durch das Haus, erkunde Raum um Raum. Möbel fliegen durch die Luft, plötzlich fängt ein uraltes Radio an zu spielen. Auf meinem Weg werde ich von dem Geist einer Frau verfolgt. Sie erschreckt mich zu Tode – naja zumindest versucht sie es. Das Spiel macht Lust auf mehr, könnte aber noch einen ticken gruseliger sein. Nachdem ich jetzt alles einmal ausprobieren konnte, steht fest: Ich komme wieder. Ein Nachmittag reicht definitiv nicht aus zum Zocken.

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