Psychothriller-Autor Sebastian Fitzek in der ausverkauften Orangerie in Fulda

Vor zehn Jahren hat Sebastian Fitzek sein Erstlingswerk „Die Therapie“ veröffentlicht. Nun feiert der Bestseller-Autor „Geburtstag“. Mit einer ganz besonderen Lesung hat der 45-Jährige am Samstag in der ausverkauften Orangerie in Fulda Halt gemacht und seine Fans begeistert.

Ein Text von Christiane Hartung

Unbestritten, Sebastian Fitzek gehört zu den ganz großen Psychothriller-Autoren, die Deutschland zu bieten hat. Seit zehn Jahren begeistert er mit seinen Büchern ein Millionenpublikum. Dass er ein wahrhafter „Popstar der Autoren“ ist, zeigt sich nicht zuletzt an der ausverkauften Multi-Media-Show, mit der er anlässlich seines Jubiläums durch die gesamte Republik tourt.

Auch Fulda steht Kopf, wenn der Berliner in der Domstadt aus seinem aktuellen Werk „Das Paket“ liest. Nicht verwunderlich, schließlich ist das Neuste bereits eine Woche vor Erscheinen an die Spitze der Bestseller-Listen gesprungen.

Zehn Jahre Außergewöhnliches

Sichtlich genießt Fitzek das begeisterte Klatschen seiner Fans. Er lässt sich feiern und feiert sich selbst gleich mit. Für seine zehnjährige Autorschaft hat sich der 45-Jährige etwas Außergewöhnliches einfallen lassen, was eigentlich einer Schnapsidee entsprungen sein soll, wie er gesteht. Eine einfache Lesung gibt es bei dem Mann mit dem Händchen für Bestseller eben nicht. Ist er doch experimentierfreudig und immer bereit neue Wege zu gehen. So hat er beispielsweise schon in einer Studenten-WG, in einer Trauerhalle eines Bestattungsinstituts oder in einem Hospiz gelesen. Das Ungewöhnliche gehört bei Fitzek also dazu.

Die Band im Buch

So auch in Fulda, obwohl der Vorhang am Anfang erst gar nicht fallen will. Da braucht es Hilfe aus dem Publikum, wofür der dreifache Familienvater Kata aus Eisenach auserkoren hat. Dann kann die Show endlich richtig starten. In einem übergroßen aufgeschlagenen Buch steht die Band Buffer Underrun, die eigens für „Das Paket“ einen Soundtrack komponiert hat. Dahinter werden szenisch passende Sequenzen eingespielt, während Fitzek liest. Damit sollen die Bilder in den Köpfen der Zuhörer verstärkt werden. Doch hat das zugleich auch etwas Einengendes.

„Fitzek – who the fuck is Fitzek“

Korsetthaft ist aber die gesamte Soundtrack-Lesung. Locker streut Fitzek Geschichten aus seinem Alltag ein, scherzt mit dem Publikum – „Mord, Tod und Blut – das ist mein Hobby“ – und liefert sich mit seinem Regisseur Magic Menow einen ständigen Schlagabtausch. Allem haftet dennoch etwas Gezwungenes an und wirkt damit alles andere als spontan. Wie auch?

Schließlich ist die ganze Show auf die Sekunde genau durchchoreografiert und endet punktgenau nach zwei Stunden. Damit verliert die Show ihre Lockerheit und Authentizität, die sie beispielsweise mit einer Karaoke-Nummer so verzweifelt versucht, zu gewinnen. Aber den Zuhörern scheint es dennoch zu gefallen, ihrem Star-Autor nahe zu sein und singen fröhlich „Fitzek – who the fuck is Fitzek“ mit.

„Nichts ist, wie es scheint“

Neben all dem Klamauk geht es auch um das neue Buch. Darin ist der Mann, der als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiosender gearbeitet hat, seiner Auffassung für alle seine Thriller treu geblieben: „Nichts ist, wie es scheint.“ Mit merkwürdigen Vorkommnissen wird Protagonistin Emma Stein konfrontiert und muss sich drängenden Fragen stellen. Was hat es mit dem Geist auf sich, der in ihrer Kindheit in ihrem Schrank gelebt hat? Wieso übernachtet sie in Zimmer 1904, das es offensichtlich gar nicht gibt? Warum hat der psychopathische Vergewaltiger „Der Friseur“ sie überleben lassen? Was ist wirklich passiert? Doch all diese Fragen bleiben für das Publikum erst einmal unbeantwortet – zumindest bis sie selbst zum Buch greifen.

„Das Paket“ von Sebastian Fizek

Neugierig geworden auf die Werke des Bestsellerautoren? Wir haben „Das Paket“ gelesen. Die Review liest du in der Dezember-Ausgabe des move36-Magazins.

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