Gute Nachrichten für Seriensuchtis: Wer mit seinem Partner Serien und Filme schaut, stärkt seine Beziehung, sagt eine Studie aus Schottland. Aber warum ist das so, und auf wen trifft das besonders zu?

Ein Text von Carolin Holl

Viele denken, dass sich Paare, die viel vor der Glotze hängen, wohl nicht viel zu sagen haben und ihre Beziehung auf der Kippe steht. Aber weit gefehlt. Wissenschaftler der Universität Aberdeen in Schottland haben jetzt in einer Studie das Gegenteil bewiesen. Demnach habe Serienschauen ähnlich positive Effekte auf eine Beziehung wie ein gemeinsamer Freundeskreis. Generell sind der Studie zufolge Paare mit gemeinsamen Freuden zufriedener als jene ohne.

Weil ein gleicher Freundeskreis aber nun mal nicht gottgegeben ist, wie beispielsweise in Fernbeziehungen oder nach einem Umzug, könnten Serien, Shows oder Filme eine gute Alternative für das soziale Umfeld sein. Quatscht das Paar viel über die fiktiven Geschichten, stärke es damit seine soziale Identität, so die Wissenschaftler. Es entstehe ein Verbundenheitsgefühl über die “gemeinsame Welt”.

Gefühlsgenerator Serie?

Natürlich ersetzt die Mattscheibe keine menschlichen Gefühle, aber Menschen seien extrem gut darin, die eigenen psychologischen Bedürfnisse zu befriedigen. So könnten Zuschauer durchaus Gefühle aus den Geschichten generieren, die einem ähnlich viel Sicherheit geben wie sozialer Anschluss im echten Leben.

Für die Studie wurden 259 Studenten in festen Beziehungen befragt, die durchschnittlich 16,7 Monaten bestanden. Das Durchschnittsalter war 19. Die Paare, die zwar keine Freunde, dafür aber Serien, Filme oder Bücher teilten, waren ähnlich glücklich wie jene, die einen gemeinsamen Freundeskreis hatten. Bei Letzteren ist der Effekt von geteilten Medien auf die Beziehung allerdings gering.