Das ist deine Chance: Die Fuldaer Jugendtheatergruppe “Die Fischgretchen” hat noch freie Plätze! Wir waren bei einer Probe dabei und haben herausgefunden, was die da genau machen, was Interessierte mitbringen sollten und was Theater spielen mit guten Noten zu tun hat.

Ein Text von Carolin Holl

Leiterin Jessica Stukenberg

Angeleitet wird die Gruppe, die es schon seit 23 Jahren gibt, von Theaterpädagogin Jessica Stukenberg. Sie hat früher mal Darstellendes Spiel an einer Schule unterrichtet, sagt aber, dass ihre Arbeit mit den “Fischgretchen” ganz anders aussieht. Auch weil es ein großer Unterschied ist, ob man vor Schulfreunden oder weitgehend Fremden spielt. Denn nicht alle der aktuell acht Mitglieder – unter ihnen Abiturienten, FSJler und Azubis – kannten sich vorher. Außerdem entscheiden alle gemeinsam, was aufgeführt wird, und jeder kann seine Ideen einbringen. Meistens werden es aber Eigenproduktionen, die manchmal an bereits bestehende Stücke angelehnt sind. Die nächste Aufführung wird wohl im Juni stattfinden; Ort und Stück stehen noch nicht fest. Deswegen besteht die heutige Probe auch in erster Linie aus verschiedenen Gruppen- und Improvisationsübungen. Los geht’s mit einer Rhythmusübung als Warm-Up, dann kommen einige Bewegungsübungen.Was sehr überrascht: Wie ernst die Schüler bleiben, während sie “wie aus Gummi” durch den Raum schlenkern oder so laufen sollen, als hätten sie einen riesigen Stein am Hintern. Trotzdem oder gerade deshalb ist die Atmosphäre sehr locker, weil jede Interpretation okay ist. Später müssen die Schauspielerinnen und Schauspieler noch Masken aufziehen und sich deren Aussehen entsprechend verhalten, eine improvisierte Szene im Park spielen und so tun, als seien sie verrückt.

Die "Maskenübung"

Die “Maskenübung”

"im Park"

“im Park”

Bei den Übungen fällt auf, dass alle echt Spaß bei der Sache haben und sich auf die jeweiligen Aufgaben einlassen – wichtige Voraussetzungen für angehende “Fischgretchen”. Nur mit der Zuverlässigkeit hapert es bei der jetzigen Truppe manchmal etwas. “Frustrierend”, stellt Stukenberg etwas enttäuscht fest, als zu Beginn der Probe nur fünf Leute da sind. Dass einem manche Übungen etwas peinlich sein könnten, ist aber gar kein Problem. “Im Moment haben wir hier echt gute Schauspieler, aber wir hatten auch schon Leute da, die am Anfang etwas befangener waren. Das ist aber völlig in Ordnung.”

Denn, wie die Schüler erzählen, macht Übung den Meister, und fast alle kamen schon mit Schauspielerfahrung in die Theatergruppe. Mehr Selbstbewusstsein und eine klarere Aussprache hätten sie durch das Theater spielen bekommen. Außerdem mache es einfach Spaß, mal in andere Rollen zu schlüpfen, was einem im “echten” Leben übrigens sehr nützlich sein kann. “Bei Referaten tritt man zum Beispiel viel souveräner auf, weil man ein gutes Körpergefühl hat und weiß, wie man stehen und sprechen muss, um selbstbewusst zu wirken”, sagt ein Mädchen. “Und beim Abi war ich praktisch nicht mehr ich selbst, sondern ich habe mich von außen beobachtet, weil ich in dem Moment in der Rolle der Absolventin war. Das hat mir dabei geholfen, nicht so nervös zu sein.”

Wer mindestens 16 ist und sich die “Fischgretchen” mal persönlich angucken will, kann einfach mal bei einer Probe vorbeischauen. Die sind jeden Dienstag von 17:30 bis 20 Uhr im Kaiserpalais (Unterm Heilig Kreuz 1). Weitere Infos gibt’s hier.

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