Vier Tage gutes Essen, einen Tag selbst Gastgeber sein, alle treten gegeneinander an, am Ende des Tages bewerten alle das gekochte Menü – Das ist das Konzept vom „perfekten Dinner“, das diese Woche in Fulda gedreht wird. Unsere Volontärin Malina ist dabei und bekochte am Dienstag in ihrer Dachgeschoss-WG die anderen vier Teilnehmer.

Es ist halb sieben am Morgen, die ersten Sonnenstrahlen heizen mein Schlafzimmer bereits fürchterlich auf, und meine Babykatze springt auf meinem Bett rum. Heute wird es extrem heiß, aber nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch mein Gemüt. Denn ich bin bei „Das perfekte Dinner“ am zweiten Gastgebertag dran, bei sommerlichen 100 Grad im Dachgeschoss.

Noch recht platt vom vorherigen Abend bei Sebastian in Hünfeld stehe ich also auf. Ich bin ein extremer Morgenmuffel, alles vor neun bringt mich normalerweise um. Irgendwie fühle ich mich so, als ob ich einen kleinen Kater hätte, wobei das eigentlich nicht sein kann. Und so ewig gingen die gestrigen Dreharbeiten nun auch nicht.

DSC06648Eine Stunde später klingelt es an der Tür, und das erste Kamerateam ist da. Insgesamt sind es drei Gruppen, die sich über den ganzen Tag abwechseln. Sie sind alle super relaxed, witzig und die meisten kaum älter als ich. Das macht das Drehen wesentlich entspannter.

Im Zimmer, in dem ich meinen Gästen heute Abend das Dinner kredenze, lebt sonst meine Mitbewohnerin. Normalerweise steht der Esstisch in der Küche. Wir brauchen Platz, und immerhin sind meine lieben WG-Kollegen auch ein wenig Schuld daran, dass ich überhaupt hier mitmache. Das kam nämlich so:

DSC06597Ein Bekannter schrieb mir, dass im Fernsehen gerade ein Aufruf fürs „perfekte Dinner“ von VOX gemacht wurde und meinte, ich solle mich auf alle Fälle bewerben. Da ich nicht mal einen Fernseher habe und mir bisher nur ein paar Folgen Shopping Queen reingezogen hatte, habe ich dann mit meiner WG bei Apfelstrudel mit Vanillesauce ein paar Folgen „Das perfekte Dinner“ geschaut. Einstimmig beschlossen wir, dass ich mich bewerbe und es extrem witzig wäre, das bei uns in der WG zu drehen. So wie ich aber bin habe ich die Bewerbung ewig aufgeschoben und es letztendlich nicht gemacht. Dann dachte ich, es sei sicherlich eh schon zu spät. Bis ein paar Wochen später eine Mail von VOX in mein Postfach flatterte, und sie mich fragten, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Ich habe nicht lange gezögert, meine zwei Mädels hatten ja sowieso schon eingewilligt.

Eine Sache fehlt aber für den Dreh am Vormittag noch: das Einkaufen. Auf dem Weg zum Tegut Kaiserwiesen fange ich noch ein paar Pokémon und habe das erste Mal Zeit, mich ein paar Minuten entspannt hinzusetzen. An der Fleischtheke besorge ich alles nötige für den Hauptgang. Und was ich ebenfalls unbedingt brauche: Nervennahrung für die kleine Mittagspause. Denn angespannt bin ich ein wenig, nervös und aufgeregt aber nicht. Eigentlich sind die Drehs wirklich easy. Ich muss nur darauf achten, dass ich nicht direkt in die Kamera schaue und die Frage, die ich gestellt bekomme, in meine Antwort einbinde.

07fa22e6-bf3c-4ed9-97b5-97f6aaa044a5Wieder daheim angekommen schmeiße ich mich auf die Couch, verdrücke gleich beide Cheesecake-Nachtische und kuschle ein wenig mit der Katze. Zwanzig Minuten später klingelt es, das zweite Drehteam ist da. Jetzt geht es ans Schnippeln. Dank der hellen Beleuchtung für die Videoproduktion, einem heißen Backofen und der Sonne herrscht in der Bude Saunastimmung. Normalerweise würde ich nicht vor Fernsehkameras eine so kurze Hose anziehen, aber es ging einfach nicht anders. Der Schweiß läuft mir das hochrote Gesicht runter. Macht sich im Fernsehen sicherlich klasse.

DSC06634Meine Gedanken sind aber ganz woanders: Wie bekomme ich alles in der kurzen Zeit vorbereitet? Ich habe noch nie zuvor für fünf Leute gekocht, allein das ist also eine Herausforderung. Ich bekomme ein wenig Panik. Und dann klingelt es schon wieder.

DSC06655Das dritte Drehteam steht in den Startlöchern, ich bin dran mit der Tischdeko. Der Tisch muss aber erst samt Stühlen ins Zimmer meiner Mitbewohnerin geschafft werden. Anschließend hole ich eine Tüte voll mit alten Spitzentischdecken von der Oma einer Freundin. Zu meinen modernen Tellern in mattem Schwarz möchte ich einen altmodischeren Kontrast setzen. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich noch nie zuvor einen Tisch dekoriert. In die Mitte stelle ich ein paar Rosen, für mehr ist kein Platz. Dann kommen Besteck, Servietten und Gläser dazu. Eigentlich bin ich recht zufrieden.

DSC06630Mein Freund bringt zwischendurch Eiswürfel vorbei. Unser Eisfach ist nämlich komplett zugefroren, weil es nicht richtig schließt. Vor wenigen Wochen musste ich es erst abtauen, ich brauchte Kühlakkus nach einer Zahn-OP. Jetzt sieht es schlimmer aus als vorher.

Das vorläufig letzte Klingeln kündigt meine Gäste an. Und endlich fällt auch der Stress ein wenig von mir ab, denn jetzt kommt der schönste Teil des Tages: Essen und sich mit meinen Mitstreitern unterhalten. Alle sind zwar etwas älter als ich, aber trotzdem verstehen wir uns super. Ich fühle mich mit Andreas, Marion, Jörg und Sebastian pudelwohl. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie es alle lustig finden, dass das Dinner in einer WG stattfindet. Und ganz stilecht für eine WG liegen in der Badewanne voller kaltem Wasser die Getränke zur Selbstbedienung.

Meine Katze musste ich übrigens in mein Schlafzimmer sperren, bei so vielen Menschen in der Wohnung wäre es gefährlich für die Kleine geworden. Also schaue ich in jeder freien Minute, nach Millicent. Aber auch sie ist von der Wärme völlig fertig und liegt teilnahmslos auf dem Bett.

DSC06601Meine Gäste sind hungrig und wollen nicht lange auf die Vorspeise warten. Als ich endlich am Tisch sitze, ist das für mich die nötige Verschnaufpause. Auch, wenn drei Kameras auf uns gerichtet sind. Wir bekommen die Gespräche nicht vorgegeben und unterhalten und so, wie wir es off camera machen würden. Das ist angenehm, so kann jeder sein, wie er will. Nach #Verafake hatte ich nämlich Angst, dass Vox lauter Katzenfiguren bei mir aufstellt.

DSC06578Beim letzten Interview versucht sich die Crew tatsächlich an meinem zugeeisten Gefrierfach und bekommt es mit ein paar Schraubendrehern hin, dass es wieder ordentlich schließt. Dafür alleine hat sich das Dinner gelohnt.

Zum Abschluss ziehe ich noch ein Fazit vom Abend, mein Mikrofon wird abgekabelt, und ich sinke völlig fertig auf die Paletten auf dem Balkon. So ein Tag ist echt anstrengend und extrem aufregend, meine Klamotten kleben an meinem Körper. Dafür habe ich es hinter mir.

54cdaee5-4bc4-4fbc-91d7-035330c31875Marion, Sebastian, Jörg und Andreas verabschieden sich und gehen zur Punktevergabe, dann packen auch die zwei Drehteams ihr Zeug ein. So gegen halb zwölf habe ich die Wohnung wieder für mich alleine. Ich versuche in der Wohnung ein wenig klar Schiff zu machen. Den Berg an dreckigem Geschirr packe ich einfach in die Badewanne. Wasser ist ja schon drin.

Heute Abend ist Jörg dran mit kochen und ich bin schon extrem gespannt. Es hat schon etwas Gutes, seinen Gastgebertag relativ früh zu haben, denn jetzt kann ich mich zurücklehnen und genießen.message]Das perfekte Dinner

Fünf Kandidaten servieren sich gegenseitig ein Drei-Gänge-Menü plus Aperitif. Dabei geht es nicht nur ums Essen. Die Mitstreiter bewerten den gesamten Abend – vom der Stimmung über die Dekoration bis hin zur Menüauswahl. Dem Sieger winkt ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Die Fuldaer Staffel wird voraussichtlich im September ausgestrahlt.message]