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Montag, 16. Januar, 2017

Studie: Mehrheit für „Ehe für alle“

Homosexuelle Paare haben in Deutschland immer noch nicht die gleichen Rechte wie heterosexuelle. Die „Ehe für alle“ ist hier noch keine Realität. Aber wieso eigentlich? Zeigt doch eine repräsentative Umfrage, dass sich eine klare Mehrheit für die rechtliche Gleichstellung ausspricht. Passend zu dieser aktuellen Studie findet ab heute in Fulda eine Aktionswoche gegen Sexismus und Homophobie statt, die wir thematisch begleiten. 

Ein Text von Julia Röbig

Eine repräsentative Befragung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter 2000 Leuten ab 16 Jahren hat ergeben, dass 83 Prozent der Deutschen eine Ehe von Homosexuellen unterstützen – eine klare Mehrheit also. Ganze 95 Prozent der Befragten finden es gut, dass Schwule, Lesben und Bisexuelle gesetzlich vor Diskriminierung geschützt sind.

Dennoch gibt es nach wie vor Vorbehalte in Deutschland. 38 Prozent empfinden es als unangenehm, wenn Männer öffentlich ihre Liebe zeigen, und 18 Prozent halten Homosexualität sogar für „unnatürlich“. Aber die Studie zeigt einen deutlichen Trend zum mehr Toleranz und Gleichberechtigung, „den der Gesetzgeber nicht länger hinauszögern darf“, so Christine Lüders gegenüber „Zeit Online„, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle. Dass es in Deutschland anders als in 14 Staaten Europas keine „Ehe für alle“ gebe, sei „ein trauriges Zeichen“.

Gleiches Recht für alle

Auch in Punkto Adoption fordert Lüders die vollständige rechtliche Gleichstellung – und wird dabei von anderen Studien bekräftigt. Viele denken heute immer noch, dass Kinder mit homosexuellen Eltern Nachteile in ihrer Entwicklung zeigen. Doch diese Behauptung ist nach den Langzeitbeobachtungen der britischen Forscherin Tabitha Freeman vom Centre for Family Research der Universität Cambridge unhaltbar.

Seit Jahrzehnten beobachtet sie Kinder, die mithilfe einer Samen- oder Eizellspende oder einer Leihmutterschaft gezeugt wurden und in neuen Familienformen leben. Vielmehr seien die Kinder „psychisch stabil, entwickeln sich in der Schule normal und haben Freundschaften“, so die Psychologin. In einigen Studien zeigten sich gar Vorteile gegenüber „herkömmlich gezeugten Altersgenossen“ – das könnte damit zusammenhängen, dass im Labor gezeugte Kinder besonders erwünscht waren.

Kinder entwickeln sich genauso

Auch die Vermutung, Kinder aus Regenbogenfamilien würden eher schwul oder lesbisch werden, schafft Freeman aus der Welt. Die Jungs verhielten sich „nicht weniger jungenhaft und die Mädchen nicht weniger mädchenhaft, wenn sie mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen“.

Julia Rehberg arbeitete zwei Monate als Freiwillige in einem Kinderheim in Kapstadt

Die Hünfelderin Julia Rehberg war nach ihrem Abitur zwei Monate in Kapstadt und hat als Freiwillige in einem Kinderheim gearbeitet. Uns hat die 18-jährige erzählt, wie sie ihre Zeit in Südafrika erlebt hat.

Ein Text von Rebecca Traud

Oktober 2016. Julia sitzt im Flugzeug. Seit einigen Monaten hat sie ihr Abi in der Tasche und ist nun auf der Reise nach Kapstadt. Wie viele andere Schüler möchte sie nach der Schulzeit eine Pause machen und ein neues Land kennenlernen. Auf das Volunteeringangebot wurde sie an einem Infotag des Deutschen Roten Kreuz an ihrer Schule aufmerksam. Ein Angebot, bei dem sie sich im Ausland sozial engagieren kann. Nach reichlich Internetrecherche stößt sie auf die Organisation Volunta. Die Partnerorganisation You2Africa hat tolle Angebote, und Julia ist begeistert. Nun gilt es, sich zu entscheiden. Tiere, Umwelt oder doch Kinder? „Letztendlich habe ich mich für das Projekt Heart for Orphans Athlone in einem Kinderheim entschieden, was im Nachhinein die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte.“

In Kapstadt angekommen, wird die 18-Jährige von einem Mitglied von You2Africa abgeholt und zu ihrer Unterkunft „African Heart“ gebracht. Im Hostel gibt es Mehrbettzimmer, ein Wohnzimmer und eine Küche. Am gleichen Tag kommt noch ein Mädchen aus Deutschland, schnell findet Julia neue Freunde und fühlt sich angenommen. „Da jede Woche neue kamen, war man nie lange einer der „Neuen“, sondern schnell Teil der Gruppe“. Neben einigen Deutschen, trifft Julia auch Schweden, Dänen, Norweger und Brasilianer.

Unterstützung im Kinderheim

Sie arbeitet vier Tage in der Woche von 9 bis 17 Uhr in einem Kinderhaus. Hier leben Kinder bis 6 Jahren. Die Kinder sind nach Alter in drei Gruppen aufgeteilt, und Julia kümmert sich um die ganz Kleinen. Zum Alltag gehört natürlich spielen, füttern, Windeln wechseln, aber gelegentlich auch Arztbesuche und Ausflüge. Während ihrer Zeit in Kapstadt, hat sie die Kinder sehr ins Herz geschlossen. „Die Kinder haben mir gezeigt, dass man durchaus mit wenigen Dingen glücklich sein kann. Wir haben die Kleinen manchmal einfach auf das Trampolin gesetzt und ein bisschen gewippt, und sie haben herzlich gelacht.“

Das Land der Gegensätze

Neben der Zeit mit den Kindern hat sie natürlich auch das Land erkundet. Dafür bietet You2Africa einige Orientierungstage an. Die Freiwilligen lernen Kapstadt und die Umgebung kennen, besuchen das Kap der guten Hoffnung und werden auf Regeln aufmerksam gemacht. Dass sie ihre Wertsachen nicht aus den Augen lassen und dass sie nachts niemals alleine unterwegs sein sollen. Ein negatives Erlebnis hat es glücklicherweise nicht gegeben.

Ihre Freizeit verbringt die Hünfelderin mit den anderen Freiwilligen. Sie klettern auf den Berg namens Lions Head, surfen, baden im Indischen Ozean und genießen die Aussicht auf den Tafelberg. Auch ein Freilichtkino steht auf dem Programm. Mit wunderschönem Hintergrund schauen sie „Mamma Mia“. „Wir hatten so viel Spaß“, erinnert sich Julia und denkt an die Küstenfahrt und die Safari, in der sie die Big 5 von Afrika gesehen hat.

„Leider sind die sozialen Unterschiede in der Bevölkerung immer noch zu spüren“. Bei der Fahrt durch die Townships bekommen die Freiwilligen eine Menge Eindrücke. Sie sehen wie in Townships Kunst- und Theaterprojekte stattfinden und nehmen an einer spontanen Drum Session teil. „Allerdings habe ich auch die Schattenseiten gesehen“. In der brühenden Hitze bei 35 Grad stehen Frauen an der Straße und braten Fleisch, in der Hoffnung, etwas zu verkaufen. Kinder sitzen auf der Straße im Staub und Spielen mit Steinen und Sand. Häuser stehen dicht an dicht, riechen schrecklich und sind fürchterlich heiß.

„Es war so schwer am letzten Tag Tschüss zu sagen, ich habe die Zeit in Afrika sehr genossen und viele neue Dinge gesehen und gelernt“, erzählt Julia.“ Ich habe die Kinder wirklich lieb gewonnen und finde es schade, dass die Kleinen sich gar nicht an mich erinnern werden.“ Sie will auf jeden Fall noch einmal in das Land der Gegensätze reisen.

Volunteering gibt dir die Möglichkeit, deinen Auslandsaufenthalt mit sozialem Engagement zu verbinden. Du arbeitest ehrenamtlich und sammelst viele Eindrücke und Erfahrungen in deinem Gastland und bist hautnah an der Kultur und den Menschen dran. Es gibt viele verschiedene Projekte in vielen Ländern. Informieren kannst du dich gut übers Internet oder über Organisationen vor Ort wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz.

Du musst dich entscheiden, ob du gerne mit Tieren, Kindern oder im Umweltschutz arbeiten möchtest. Wenn du dir ein Projekt ausgesucht hast, meldest du dich über die dazugehörige Organisation an. Für deine Reise benötigst du natürlich einen gültigen Reisepass und Auslandsversicherungen. Bei einigen Gastländern ist es nötig, sich vorher gegen bestimmte Krankheiten impfen zu lassen. Für das Volunteering musst du in den meisten Ländern 18 sein. Natürlich ist es einfach, in dem Gastland klarzukommen, wenn du dich ein bisschen mit der Sprache beschäftigst und natürlich gute Englischkenntnisse hast.

Mehr zum Thema: Schulabschluss – und dann?

Schulabschluss – und dann?

Koffer, Reise, Ausland, Abendteuer
Foto: Cristina_conti/fotolia.com

Was mache ich nach der Schule? Je näher der Schulabschluss heranrückt, umso mehr quält diese Frage. Was ihre Antwort sein könnte, damit hat sich unsere Praktikantin Julia beschäftigt.

Ein Text von Julia Röbig

Ich werde immer nach meinen Plänen für die Zukunft gefragt. Überall bekomme ich zu hören: „Was willst du denn mal studieren“ oder „Hast du schon Pläne für die Zukunft?“ Ganz ehrlich, nein. Ich möchte nicht direkt nach dem Abitur studieren und danach arbeiten. Mir ist das zu langweilig. Ich möchte etwas in meinem Leben erleben und die Zeit, in der ich jung bin, nutzen. Wenn ich erstmal einen festen Beruf und eine Familie habe, habe ich nicht mehr die Chance dazu.

Deshalb habe ich mich nach einer Alternative umgesehen. Ich habe meine Suche auf Möglichkeiten im Ausland beschränkt, da ich sehr gerne verreise und möglichst viel von der Welt sehen möchte. Bei meiner Recherche bin ich auf ein Auslandsjahr als Au-pair gestoßen, was mir auf den ersten Blick schon gefiel. Aber ich würde gern mit jemandem Reden, der sich mit der Planung solcher Auslandseinsätze auskennt. Mein erster Anlaufpunkt: Das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit.

Das Berufsinformationszentrum

Die Beratung ließ allerdings zu wünschen übrig. Nach einer Stunde saß ich immer noch allein an dem Tisch, an dem mich die nette Dame vom Servicepoint plaziert hatte, bevor sie mit einem „Ich muss mich erst um die anderen Kunden kümmern, aber komme dann gleich zu dir“ verschwunden war. Das war wohl nix.

Allerdings habe ich die Zeit genutzt und die ausliegenden Prospekte durchstöbert. Dabei bin ich auf die Internetseite www.intrax.de aufmerksam geworden, die Gastfamilien für Interessenten sucht. Von diesen Seiten gibt es sehr viele. Um herauszufinden, welche die für mich richtige ist, hätte ich gern unabhängige  Anlaufstelle gehabt. Sowas habe ich in Fulda allerdings nicht gefunden. Doch es gibt ein Beratungszentrum von Volunta, die Auslandsaufenthalte vermitteln.

Wenn ich mich endgültig dazu entschlossen habe, ein Jahr als Au-pair im Ausland zu verbringen, muss ich mich bei der von mir gewählten Organisation bewerben. Bei Intrax zum Beispiel folgt ein persönliches Gespräch, damit die Agentur mich kennenlernt und mir eine Gastfamilie zuteilen kann. Und so nimmt das alles seinen Lauf.

Vorbereitungen

Obwohl bis dahin für mich noch ein paar Jahre Zeit sind, ist es sinnvoll, früh an zu fangen. Denn man muss einige Bedingungen erfüllen. Da ich mich in dem Auslandsjahr um die Kinder meiner Gastfamilie kümmern muss, brauche ich Erfahrungen in der Kinderbetreuung. Ungefähr 200 Stunden muss ich nachweisen. Und da reicht es nicht, auf seine kleine Schwester aufzupassen.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass ich die Sprache des Landes zumindest ein wenig beherrschen muss. Ich habe vor, mein Auslandsjahr in Amerika zu machen, also muss ich auf meine Englischnoten achten, wenn ich eine Chance haben möchte.

Außerdem gibt es da noch die Kosten, die ich für ein Auslandsjahr als Au-pair bezahlen muss. Zirka 900 Euro muss man rechnen. Solange ich noch Zeit habe, spare ich und verdiene mir mithilfe von Ferienjobs Geld etwas dazu. Vor Ort bekommt man von der Gastfamilie Unterkunft und Verpflegung natürlich umsonst und erhält sogar ein wöchentliches Taschengeld.

Es gibt also noch einiges zu tun. Ich bin gespannt, wie sich alles ergibt und ob ich tatsächlich später die Chance habe, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Dann mal los!

#weilwirweiterdenken – Deine Idee ist gefragt

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Foto: tuk69tuk/fotolia.com

Nachhaltigkeit wird ein immer wichtigeres Thema in unserer heutigen Gesellschaft. Frankreich hat jetzt Plastikbecher und -besteck gesetzlich verboten, aber was ist mit uns? Wie können wir der Umwelt helfen? Mit coolen Ideen kannst du dich noch bis Januar beim Wettbewerb #weilwirweiterdenken bewerben.

Seit dem 4. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit am 22. September 2016 läuft die Bewerbungsphase. Wer zwischen 14 und 24 Jahren alt ist, kann jetzt mit einem nachhaltigen Konzept gewinnen. Beim Wettbewerb #weilwirweiterdenken, den das Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgerufen hat, geht’s nicht konkret um Ideen, die in ganz Hessen umgesetzt werden, sondern um kreative Vorschläge, wie du dein eigenes Umfeld nachhaltiger machen oder auf Nachhaltigkeit aufmerksam machen kannst.

Die Vorschläge sollten zu einer der folgenden Kategorien passen: Entweder versuchst du mit deiner Idee, dein privates Umfeld nachhaltig zu verbessern, indem du zum Beispiel die Läden in deiner Stadt auf Nachhaltigkeit überprüfst und eine „Nachbarschaftskarte für nachaltigen Konsum“ erstellst. Oder du überlegst dir eine Aktion an einer Bildungseinrichtung, also deiner Schule oder einer Hochschule. Als dritte Kategorie kannst du dir auch eine Aktion in oder mit einem Unternehmen oder einer Institution ausdenken und dort auf Nachhaltigkeit aufmerksam machen. Eine Jury wählt in jeder der Kategorien einen Sieger. Als Preis winkt die Umsetzung der eigenen Idee – die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten Unterstützung und bis zu 7.500 Euro für die Umsetzung ihres Konzeptes.

Eine Auswahl der besten Idee werden auf Facebook vorgestellt. Der Vorschlag mit den meisten Likes, gewinnt den Publikumspreis.

Wie kannst du mitmachen?

Du kannst gemeinsam mit Freunden, aber auch alleine teilnehmen. Bewirb dich mit deiner Idee im Bewerbungsformular auf www.weilwirweiterdenken.de. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2017.

Nachhaltiger Konsum im Fokus
Ein nachhaltiges Konsumverhalten ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen hat deshalb nachhaltigen Konsum als Schwerpunktthema auf die Agenda gesetzt. Der Ideenwettbewerb basiert auf den Ergebnissen der Jugendstudie „Lebensqualität – Glücklich in Hessen!?“, die ergab, dass nach Meinung der Jugendlichen jugendgerechte Informationen und eine Sensibilisierung für das Thema Nachhaltiger Konsum fehlen.

Die Aktionswoche gegen Sexismus und Homophobie an der Hochschule Fulda

Sexismus und Homophobie – leider ein allgegenwärtiges Thema, über das gesprochen werden muss. Kommende Woche findet an der Hochschule eine Aktionswoche zum Thema mit spannenden Vorträgen, Workshops und einer fetten Abschlussparty statt, die move36 thematisch begleiten wird.

Was geht am Wochenende?

A crowd of people celebrating and partying with their hands in the air to an awesome Dj. High ISO grainy image.

Wir picken uns jede Woche die Events aus den Veranstaltungskalendern der angesagtesten Clubs und Bars in Fulda heraus, damit du weißt, was du am Wochenende nicht verpassen darfst. Noch mehr Veranstaltungen findest du in unserem Event-Kalender.

Diesen Freitag ist die ultimative Abi-Party im Kreuz. Acht Schulen haben sich hier zum Feiern zusammengeschlossen. Auf die Ohren Hip-Hop, Charts und Techno.

Date: Freitag, 13. Januar
Beginn: 23:00 Uhr (Ab 16 mit Muttizettel)
Eintritt: 6 Euro

Nachtsresidenz – diesen Samstag findet wieder die angesagte Party Nachtresidez im S-Club statt. Wenn du also Lust auf feinste Clubmusik, tolles Ambiente und eine riesen Tanzfläche hast, bist du hier richtig.

Date: Samstag, 14. Januar
Beginn: 23:59 Uhr
Eintritt: 6 Euro

Sennes Sound Of The 90s – hier sind alle 90er-Fans richtig aufgehoben. DJ Sense spielt am Freitag im Löwe das beste des Jahrzehnts aus Oldschool-Hiphop, Techno und Trash.

Date: Freitag, 13. Januar
Beginn: 22:00 Uhr
Eintritt: frei

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Die Redaktion

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