Kennst du schon ..? Jede Woche kommen neue Alben, Bücher, Serien, Filme, Gadgets auf den Markt – neuer Kram, den wir unbedingt haben müssen. Wir picken uns aus Neuerscheinungen den besonders heißen Scheiß raus und geben unseren Senf dazu. Heute: das Zukunftsdrama „What Happened To Monday?“. 

Wir befinden uns in der Zukunft. So fangen viele gute Filme an, aber was die Zukunft von „What Happened To Monday?“ uns zu bieten hat, ist nicht so rosig. Die Erde ächzt unter ihren viel zu vielen Bewohnern. Es herrscht Hunger, Not. Die globale Regierung sucht einen Weg, die Bevölkerungsausbreitung zu hemmen und verhängt eine Ein-Kind-Politik. Geschwisterkinder werden von der Polizei eingesammelt und, so sagt man den verzweifelten Eltern, in einen künstlichen Schlaf versetzt, um, sobald die Krise überstanden ist, wieder zum Leben erweckt zu werden.

Dass an der ganzen Geschichte etwas faul ist, ist ab der ersten Sekunde des Films klar. Und natürlich gibt es den einen oder anderen, der seine Kids nicht einfach abgeben möchte. So zum Beispiel Terrence Settman, der unverhofft Großvater von Siebenlingen wird. Er nennt die Kleinen nach den Wochentagen Monday, Tuesday … und zieht sie in einem Geheimversteck groß. Mit dem ersten Schultag trainiert er seinen Mädchen an, dass sie in der Öffentlichkeit nur eine einzige Person verkörpern dürfen: Karen Settman. So darf jede an dem Tag aus dem selbsterrichteten Zuhause-Gefängnis raus, der ihren Namen trägt. Praktisch. Und das geht gehörig schief, als Monday eines Montags einfach nicht mehr zu Hause auftaucht.

Klingt abgedreht, ist es auch. Eine irre Mischung aus einer Überwachungsstaat-Dystopie nach dem Vorbild des Orwell-Romans „1984“, einem Versteck-Drama a la „Das Tagebuch der Anne Frank“ und ausgefeiltem Crimesolving im „Sherlock“-Stil.

„What happened to Monday?“: Wie gut ist der Film?

Beim Publikum der Cine-Sneak Fulda kam er im August, als er hier in der Preview lief, gut an. Eine Bewertung von 7,98 von 10 Punkten ist nicht so häufig. Auch ich fand ihn durchaus sehenswert. Die schauspielerische Leistung von Noomi Rapace, die die sieben Settman-Schwestern darstellt, ist beeindruckend. Doch auch ihr jüngeres Ich, verkörpert von Clara Read, schafft es, die unterschiedlichen Charaktere der sieben Mädchen so herauszuholen, dass man als Zuschauer beginnt, sich in sie hineinversetzen zu können. Welche Herausforderung für das Team um Regisseur Tommy Wirkola („Dead Snow“, „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“), die Szenen zusammenzubauen, in denen alle Schwestern gemeinsam zu sehen sind.

Im Tempo springt der Film von ruhigen Familienszenen zu heißen Actionshots, wenn sich die jungen Frauen aus der Deckung wagen und die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich ziehen. Da kann man schon mal drüber hinwegsehen, dass die Story nicht immer plausibel ist. Zum Beispiel ist mir völlig unklar, wie sieben erwachsene Menschen mit der Lebensmittelration einer einzigen Person auskommen können, ohne an Mangelerscheinungen zu leiden. Aber gut.

Trotzdem hat „What Happened To Monday?“ das Zeug zu einem guten Kino-Abend.

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QuelleFoto: © Splendid Film GmbH
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