„Augen zu, Ohren auf“ – Wir hören für dich in das Neueste, das der Plattenmarkt zu bieten hat, hinein und machen neugierig auf den einen oder anderen Ohrenschmaus. In unserer Musikkolumne besprechen wir, was uns auf die Ohren kommt. Hier die Alben aus dem Mai.


23.06. Baba Shrimps „Road to Rome“

Von Mariana Friedrich

Wenn diese Woche das Wetter schon eher nach April als nach Sommer aussieht, müssen wir uns wenigstens ein wenig Sonne auf die Ohren knallen. Das kann eine Scheibe ganz gut, die uns in die Redaktion geflattert ist: das neue Album „Road to Rome“ von Baba Shrimps. Die drei Züricher, die sich mit ihrem Bandnamen an die Meerestiercompany aus „Forest Gump“ erinnern, haben ihre zweite Platte fertig. Und die ist poppig, frisch, kurz, sie kann sich hören lassen.

Viele Wege führen nach Rom, doch auf diesen Wegen brauchen wir Musik, die uns die Fahrtstrecke versüßt. Der Auftaktsong „Oracle“, aber auch der Titeltrack „Road to Rome“ haben durchaus Repeattastenpotenzial. „Walk a mile“ ist weich und rhythmisch, ein nicer Mitsingsong. Klar stehen Liebe und Freundschaft thematisch im Vordergrund, so richtig tiefsinnige Statements darf man nicht erwarten. Aber wer auf Boygroupsounds steht, sollte sich die drei Schweizer mal anhören.


16.06. Michael Patrick Kelly „iD“

Von Mariana Friedrich

Er war Teenieschwarm, er war Mönch, seit zwei Jahren steht er wieder auf der Bühne und füllt Hallen: Michael Patrick – Paddy – Kelly hat ein neues Album am Start, das am Freitag in die Läden kommt. Nach „Human“, seinem Comebackalbum, und „Ruah“, das Ende 2016 herauskam und eher den Charakter eines eigenständigen Projektes hat, beschäftigt sich der Musiker auf „iD“ mit der Frage, wer wir sind. Was macht uns individuell? Was macht uns einzigartig? Wer macht uns zu dem, was wir sind?

Packt man alle Soloalben von Michael Patrick Kelly nebeneinander, erlebt man die intonierte Geburt eines außergewöhnlichen Künstlers. War „In Exile“, das er vor seiner Zeit im Kloster veröffentlichte, ein Aufschrei, ein sich freikämpfen, fühlte sich „Human“ an wie ein Herantasten an das, was der ehemalige Kelly-Family-Frontman von sich und seiner musikalischen Zukunft erwartet. „iD“ dagegen ist klar, deutlich und kraftvoll, voller Power und stellt das musikalische Profil dieses Sängers in den Mittelpunkt.

Das titelgebende „iD“ ist eine fröhliche Nummer zum Mitsingen und Tanzen, die trotzdem eine starke Aussage trägt: „I’m more than a passport, I’m unique“. „Friends R Family“ ist typisch Paddy Kelly und dürfte eine neue Lieblingsnummer auf Konzerten werden. „Run Jump Fly“ ist eine poppige Sommerhymne mit Radiopotenzial. „Free“ dagegen ist rockig, rau und roh und zeigt, dass man Michael Patrick Kelly nicht in eine Schublade stecken kann. Er tobt sich in Folk, Grunge, Pop und Rock aus, doch jede Note auf diesem Album trägt deutlich seinen Namen.

Michael Patrick Kelly ist angekommen, und eins steht mit „iD“ fest: Diese Platte ist nur der Anfang eines sehr spannenden musikalischen Weges. Ich für meinen Teil freue mich darauf.

Vergangenen Herbst war Michael Patrick Kelly mit seiner „Human“-Tour im Kreuz. Wer es verpasst hat, kann sich bei uns das Video nochmal anschauen.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.

QuelleFoto: Mike Hintermeister
Teilen
Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.