Kontra K: „Gute Nacht“

Die Musikkolumne

Musikkolumne
Foto: @tomertu/Fotolia

„Augen zu, Ohren auf“ – Wir hören für dich in das Neueste, das der Plattenmarkt zu bieten hat, hinein und machen neugierig auf den einen oder anderen Ohrenschmaus. In unserer Musikkolumne besprechen wir, was uns auf die Ohren kommt. Hier die Alben aus dem April


28.04. „Gute Nacht“ von Kontra K

Von Markus Mende

Letztes Jahr mit seinem Album „Labyrinth“ auf Platz Eins gechartet, will sich der Rapper Kontra K nicht auf seinem Erfolg ausruhen. „Platz 1? Davon kann ich mir morgen auch nichts kaufen“, speist der Berliner seinen Erfolg ganz nüchtern ab. Recht hat er, und bringt in dieser Woche mit „Gute Nacht“ seine neuste Platte auf den Markt.

Die ist quasi eine kurze Zusammenfassung seines Lebens und handelt von den Dingen, die Maximilian (so sein bürgerlicher Name) für wichtig erachtet. Es geht um Freundschaft, Loyalität und seine große Leidenschaft, den Kampfsport. Bodenständiger und persönlicher als seine anderen Alben hebt sich „Gute Nacht“ vom momentanen Autotune-Rap-Einheitsbrei ab.

Gott sei dank, denn der wird in den letzten Jahren immer mehr zelebriert und hat eigentlich nichts mehr mit Musik zu tun. Auch wenn die Beats alle ziemlich düster daherkommen, schafft Kontra K ein solides und gutes Rap-Album. Keine bahnbrechenden Neuerungen, dennoch besser als vieles, was momentan erhältlich ist.

15.04. „Through heights and depths I told you behold the stars will follow“ von We are H

Von Mariana Friedrich

Frische Kost für die Ohren. Da flatterte uns vor ein paar Tagen doch eine kleine Debüt-EP einer Leverkusener Combo in die Boxen und drängte sich unseren Gehörgängen auf. We are H? Noch nie gehört. Aber das wird sich hoffentlich ändern.

Schon das Cover ist ein echter Hingucker. Mal kein langweiliges Bandfoto, sondern Stoff für Interpretationen. Ich fühlte mich ja sofort an eine abgehende Partymenge erinnert.

We are H, das sind Jan, Fabi und Ken, und sie machen wunderbaren Screamo-Rock zum Mitgrölen. Aber nicht nur zum Mitgrölen. „Stars will follow“ zeigt auch eine sehr sanfte, melodische Seite der Musiker, die schon fast an die progressiven Anfänge von Genesis erinnert. Die Screams wirken an einigen Stellen noch etwas gepresst, die Gesangsparts bieten trotzdem einen herrlichen Kontrast, was vor allem in „I told you“ zur Geltung kommt. Und der Titel, der jede normale CD-Hülle sprengt … nice.

Aber genug der Worte, Zeit zum Anhören. Die ganze EP gibt es nämlich auf Youtube.

 


31.03. „Ashes“ von Albert af Ekenstam

Von Mariana Friedrich

Der Monat startet bei mir mit einem Album, das eigentlich noch in den März gehört, mich aber so vom Stuhl gehauen hat, dass es einen Platz in der Kolumne verdient. Und es kommt von einem schwedischen Sänger/Songwriter, der auf seinem Debütalbum einfach auf alles verzichtet, was man sonst so an Arrangements gewohnt ist. Albert af Ekenstam haut uns mit seinem Debütalbum „Ashes“ klare, einfache und wunderschöne Sounds auf die Ohren, die einfach nur klingen.

Verzerrer? Tunes? Braucht der Youngster aus Skandinavien nicht. Mit seiner ruhigen, ernsten Stimme kriecht er in dem fast schon choralisch anmutenden Stück „Made of Gold“ tief unter die Haut und lässt die Seele vibrieren. Albert af Ekenstam erzählt extrem minimalistische Kurzgeschichten, die durch ihre Kürze und die Konzentration auf das Wesentliche ihre Wirkung entfalten. Das ist keine Musik zum Tanzen, das ist ein Erzählbuch zum Hören.