Nicht mal mehr 20 Tage, dann ist es so weit: Ein Film aus Fulda feiert Premiere im Cinestar. Vergangene Wochen haben wir das Drama „Still und Stumm“ bereits angeteasert, das im Rahmen des SMOG-Projekts „Von der Straße ins Studio“ von Timm Fütterer entstanden ist. Zum Film wurde auch eine Musikvideo mit einem Kinderchor und einer starken Rap-Performance gedreht.

Das Video wurde bereits knapp 6000-mal geklickt. „Kinder dieser Erde“ lautet der Titel des Filmsoundtracks und wird gesungen von 10- bis 12-jährigen Schülern der Konrad-Adenauer-Schule in Petersberg und der Jahnschule in Hünfeld, die aber größtenteils nicht im Film mitspielen. „Wir mussten die Kiddies gar nicht groß motivieren, die hatten einfach voll Bock darauf“, lobt Produzent Timm. „Die haben wirklich einen tollen Job gemacht.“

Professionell in Szene gesetzt, passt das Video bildlich und textlich zum Thema des Films: das Wegschauen bei Gewalt an Kindern. Im Refrain heißt es:

Alle Kinder dieser Erde
wünschen sich Geborgenheit
Liebe, Zuversicht und Wärme
Wir wollen Frieden und brauchen keinen Streit

In nur zwei Tagen hatten sie das Ding im Kasten, erzählt Timm, der schon viele Musikvideos mit Kindern produziert hat. Daher sei es für ihn Routine gewesen. Doch total überrascht seien sie von der Rap-Einlage des 14-jährigen Julian Busse gewesen. „Wir haben uns spontan für einen kleinen Rap-Part entschieden. Julian ist hier von 0 auf 100 eingestiegen und hat das echt super gemacht“, so Timm. Für sein Alter hat er wirklich einen guten Flow. Aber hör selbst:

Außerdem hat die „Von der Straße ins Studio“-Crew ein Making-of-Video der Soundtrack-Produktion erstellt:

Die Premiere des Films ist am 25. Februar im Cinestar Fulda. Nächste Woche kannst du dich auf den Filmtrailer mit ersten Ausschnitten freuen.

Produzent Timm Fütterer mit Jung-Hauptdarsteller Kristo Krebs beim Musikvideodreh.

Was ist „Von der Straße ins Studio“?

2010 im Rahmen des sozialen Vereins „SMOG“ (Schule machen ohne Gewalt) gegründet, ist „Von der Straße ins Studio“ (VdSiS) ein Rapprojekt aus Fulda, das Kindern und Jugendlichen positive Werte mithilfe der Musik vermitteln möchte. Initiator Timm Fütterer zeigt Jugendlichen hier, dass Gewalt keine Form ist, seine Emotionen zu verarbeiten und sie mitzuteilen – sondern die Sprache. Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche haben seither an Videodrehs, Workshops, Auftritten und Studioalben mitgewirkt. Auch geht es hier darum, die möglicherweise schlummernde Begeisterung für die Arbeit mit Medien zu wecken – sei es vor oder hinter der Kamera.

2011 engagierten sich die Rapper Haftbefehl und Eko Fresh für das Projekt; Eko Fresh wurde daraufhin Schirmherr. Es entstanden weitere Musikvideos und ein Rapmusical, bei denen vor allem das Thema Inklusion im Mittelpunkt stand – Jugendliche mit und ohne Behinderung haben hier zusammengearbeitet. Die Klickzahlen der Videos und überregionale Presseberichte machten VdSiS bundesweit bekannt.

Noch populärer wurde das Projekt im September 2014, als das Musikvideo „Generation Sarrazin“ mit den jungen Rappern Kamyar und Dzeko auf „Zeit Online“ Premiere feierte, bis heute hat das Video auf Youtube knapp 240.000 Klicks. Die damals 15-Jährigen kritisieren hier Thilo Sarrazins krude Thesen, Moslems seien genetisch benachteiligt in ihrer Intelligenz.

Im Frühjahr 2017 produzierte das Projekt im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege ein Musikvideo über Zahnpflege, um Grundschulkinder zum Zähneputzen zu motivieren – seitdem wird das Video in allen Grundschulen Hessens eingesetzt.

Nun hat VdSiS mit dem Drama über Gewalt an Kindern „Still und Stumm“ einen Fuldaer Spielfilm verwirklicht, an dem über 200 Kinder- und Erwachsenendarsteller aus der Region mitgewirkt haben. In jedem Fall ein Projekt, in dem Kinder und Jugendliche sich weiterentwickeln und gleichzeitig Spaß daran haben.

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