„Your Name“ ist der erfolgreichste japanische Film weltweit. Makoto Shinkais Meisterwerk hat „Chihiros Reise ins Zauberland“ damit abgelöst. Jetzt weiß ich, warum.

Du liegst in deinem Bett, öffnest langsam die Augen. Vor einem Augenblick hast du noch geträumt. Aber was? Deine Erinnerung verblasst. Nach und nach vergisst du deinen Traum.

Körpertauschen like a pro

Taki und Mitsuha sind da keine Ausnahme. Die zwei sind japanische Oberschüler; er lebt in Tokio, sie in der Kleinstadt Itomori. Auf dieses Leben hat die Teenagerin Mitsuha aber absolut keinen Bock mehr, will im nächsten Leben ein Tokioter Junge sein. Wunsch erfüllt. Naja, fast. Mitsuha und Taki tauschen ohne Vorwarnung ihre Körper – mehrmals die Woche. Beide glauben zunächst an einen Traum, merken dann aber schnell: Das ist real!

Aber mit wem tauschen sie da ihre Körper? Taki, Mitsuha … Wie war der Name noch gleich? Wer bist du? Wie ist dein Name? Die zwei Schüler lernen sich durch den Körpertausch kennen, verlieben sich sogar ineinander. Sie machen sich auf die Suche nacheinander. Doch dann …

Sind diese Brüste echt?

Anfangs sorgt der Körpertausch für jede Menge Lacher. Taki muss sich erst einmal vergewissern, dass er tatsächlich ein Mädchen geworden ist. „Die fühlen sich ja richtig echt an“. Mitsuhas Schwester platzt rein. Situationskomik vom feinsten. Nach und nach verändern sich Taki und Mitsuha durch diese einzigartige Erfahrung, entwickeln sich weiter, wachsen über sich hinaus.

Du fieberst mit den beiden mit, willst, dass sie sich persönlich treffen. Du denkst, jetzt ist es soweit. Doch dann macht dir Regisseur Makoto Shinkai einen Strich durch die Rechnung. Verdammt! Eine Katastrophe. Tod. Trauer. Taki kann das Schicksal noch abwenden. Schafft er das? Nichts ist vorhersehbar. Die Handlung kann jeden Moment von der einen auf die andere Seite kippen. Immer wieder stehen die Protagonisten am Abgrund. Spannung pur!

Eye-Candy nonstop

Mit „Your Name“ (japanisch: „Kimi no na wa“) setzt Makoto Shinkai neue Maßstäbe. Er schafft ein Anime-Meisterwerk, den bis dato zurecht weltweit erfolgreichsten japanischen Film. Das gelingt ihm nicht nur durch ein atemberaubend spannendes und tiefsinniges Storytelling. Auch optisch ist „Your Name“ ein echter Hingucker. Wie in „The Place Promised In Our Early Days“ oder „Five Centimeters Per Second“ richtet sich Shinkais Blick nach oben. Er verzaubert dich mit einem spektakulär schönen Sternenhimmel, glänzt mit Detailreichtum.

Übrigens: Nicht nur ich bin begeistert. Ein Blick in die vollen Reihen des Kinosaals in Fulda machte klar: Hier wird nicht im Popcorn-Eimer geraschelt, mit dem Sitznachbarn getuschelt. Es herrschte Stille. Alle Augen kleben gebannt auf der Leinwand. Ein so konzentriertes Kinopublikum erlebst du nicht oft.

Noch hast du die Chance, dir deine eigene Meinung zu bilden. „Your Name“ soll noch an insgesamt zwei Tagen im Fuldaer Cinestar laufen: an diesem Sonntag und am 21. Januar.

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