Kunst? Ach nee, lass mal. Ist doch voll langweilig und trocken. Denkst du vielleicht. In Kombination mit entsprechender Musik wird aus einer ganz normalen Fotoausstellung allerdings ein wahres Erlebnis. So wie vergangenes Wochenende in Fulda bei „ITSALLINMYHEAD“.

„ITSALLINMYHEAD“, es ist alles in meinem Kopf. Man könnte jetzt sagen: Hier ist der Name Programm, eine abgedroschene Floskel. Die trifft aber genau den Kern von Sandra Günthers Fotoausstellung. Als Besucher bist du am Samstagabend im Fuldaer Kulturkeller ganz für dich umgeben von vielen anderen Gästen. Wie das geht? Mit Kopfhörern entfliehst du dem Alltag. Du bist in deiner eigenen kleinen Welt. Dabei hörst du die Stimme des britischen Musikers und Poeten E Van Jones.

Nackt im kalten Schnee

Begleitet von Kinderlachen und melancholisch-depressiver Hintergrundmusik, trägt E Van einige seiner Werke vor. Dabei betrachtest du auf Staffeleien stehende Fotos. Du siehst den Poeten, nackt, in einer kalten Schneelandschaft. Der Kulturkeller ist in bläuliches Licht getaucht. Es entsteht eine bedrückende, nachdenkliche Atmosphäre. Du bist komplett in dich zurückgezogen, konzentrierst dich voll und ganz auf das Gesamtkunstwerk. Dabei nimmst du den nackt vor der Bühne sitzenden E Van gar nicht mal richtig wahr. Der ist an diesem Abend ein Kunstobjekt, das du bemalen kannst. Wozu? Vermutlich, um das, was dich in diesem Moment beschäftigt, zu „Papier“ zu bringen, deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Eine einzigartige künstlerische Symbiose

Musik, Fotos und Licht erzeugen eine einzigartige Symbiose, reißen dich aus dem Alltag und bringen dich ganz zu dir selbst. „Eine Bilderserie sowie die dazu passenden interaktiven Elemente als auch der menschliche Körper tragen an diesem Abend auf ehrliche Art und in intimer Weise Gefühle, wie Ängste, Unsicherheit, aber auch Hoffnung nach Außen“, kündigte das Duo bei Facebook an. Sandra und E Van behalten Recht mit ihrer Prognose. Nach gut 20 Minuten ist die Reise in deine Inneres auch schon wieder vorbei.

Was bleibt? Innere Ruhe, Ausgeglichenheit, neue Kraft, den Alltag zu bewältigen. Allerdings hätte auch die Hälfte der Zeit gereicht, um beim Besucher einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Viele der Bilder schaut man sich wieder und wieder an, wartet nach einiger Zeit geradezu auf das Ende der Musik. Doch es kommt nicht, lässt sich Zeit und verleiht dem Erlebnis etwas meditatives. Ruhe.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.