Fulda und Kunst? Das passt ja gar nicht zusammen, oder? Die Stadt ist in Sachen Kunst „ein armseliges, hinterwäldlerisches Dorf“, lautet das vernichtende Urteil von Galerist Thomas Stock. Stimmt das?

Dass Fulda nicht viel für regionale Künstler übrig hat, wird von vielen Seiten kritisiert. In der aktuellen Ausgabe der move36 haben wir uns dem Vorurteil gestellt und wollten wissen, ob das stimmt. Galerist Thomas Stock meint, „ja, das stimmt“. Er bezeichnet Fulda in der Hinsicht als „armseliges, kleines, hinterwäldlerisches Dorf. Das muss man ganz platt so sagen.“ Auch der 25-jährige Le Resch findet: „Es muss mehr für die Kunstszene getan werden.“ Dabei gibt es Angebote und Förderung für Künstler. Aber reicht das? Das Thema Kunst in Fulda polarisiert, wird emotional diskutiert und bietet eine Menge Zündstoff.

Die Granaten der Kunstszene

Dabei hat die Stadt mit Franz Erhard Walther und Anne Imhof zwei Granaten der Kunstszene. Beide haben im Mai bei der Biennale in Venedig abgeräumt und sich den „Goldenen Löwen“ gesichert. Fulda kam so in die Schlagzeilen. Jetzt revanchiert sich die Stadt für diese Leistung – obwohl seine Kunst anfangs auf viel Widerspruch und Ablehnung gestoßen sei, wie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sagt. Nicht immer sei die Beziehung zwischen Fulda und Walther einfach gewesen.

Ein historischer Moment

Der Magistrat der Stadt Fulda hat sich für Walther ins Zeug gelegt. Die Politiker organisierten vergangenes Wochenende einen Empfang für den Künstler. Er trug sich sogar ins „Goldene Buch“ der Stadt ein. 300 Gäste kamen in den Fürstensaal des Stadtschlosses. Das Besondere an seiner Kunst: Er bezieht den Betrachter mit ein, lässt ihn mit seinen Werken interagieren. Bekannt ist er zum Beispiel durch seine Stahl- und Eisenplatten, auf die der Besucher steigen kann. Häufig arbeitet Walther auch mit Stoffen, näht also lieber, als er malt. Für Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld war der Empfang ein Moment mit „historischer Dimension“. „Schließlich ist die Biennale di Venezia die älteste und damit traditionsreichste Kunstausstellung der Welt.“

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