Seit 2015 der erste „Gig in der Fabrik“ gemeinsam mit move36 über die Bühne ging, ist die Konzertreihe fest im Programm der Jugendkulturfabrik etabliert. Einer, der schon beim allerersten Gig dabei war, steht jetzt wieder auf der Bühne: Manou. Der 25-Jährige wird mit seiner Band Grained, Bone Man aus Kiel und den Kölner Jungs von Phiasco im Oktober die Fabrik rocken. 

Manou, vor zwei Jahren konnten Grained nicht beim Gig dabei sein, weshalb du solo das Publikum begeistert hast. Was hat sich seither getan?

Einiges. Wir haben unsere zweite Veröffentlichung, unser neues Album „Tunes from the Void“ fertiggemacht und jede Menge Konzerte gespielt. Für uns ist die Platte die erste richtige, die davor war eher eine Demo. Wir überlegen sogar, sie auf Vinyl pressen zu lassen.

Vinyl ist gerade ein richtiger Hype. Wollt ihr auf dem Trend mitschwimmen?

Du hast Recht, das machen gerade viele. Aber das hat nichts damit zu tun. Uns haben schon Leute gefragt, ob wir nicht mal eine Platte machen wollen. Und ich bin selbst großer Schallplattenfan. Für mich wäre es also ein Traum, meine eigene Platte in Händen zu halten. Deshalb haben wir das bei der Aufnahme sogar schon mit eingeplant.

Muss man bei der Aufnahme denn etwas anders machen als bei einer CD?

Einiges. Wenn man sagt, das ist nur für CD, dann ist der Klang ganz anders, die Kompressionen sind anders, alles ist viel lauter. Vinyl klingt offener, klarer, differenzierter.

Wie ist das Feedback bisher?

Wir haben „Tunes from the Void“ bei bandcamp.com released – komplett. Und das war gut und weniger gut. Gut, weil wir wirklich große Aufmerksamkeit bekommen haben. Wir haben Bestellungen aus Neuseeland, Australien, sogar Malta. Dadurch, dass das ganze Album aber online ist, können die Hörer sich natürlich auch entscheiden, ob sie es nur anhören oder doch kaufen.

Was macht für dich den Charme der Jugendkulturfabrik aus?

Ich kenne die Fabrik seit ich 12 bin. Wir haben hier unseren Probenraum eingerichet, haben hier unsere ersten Aufnahmen gemacht, unsere ersten Konzerte gespielt. Wenn ich nicht in Mannheim bin und studiere, arbeite ich immer wieder hier. Man könnte sagen, die Fabrik ist mein zweites Wohnzimmer.

Worauf dürfen sich die Zuschauer im Oktober freuen?

Auf einiges. Der Gig ist für uns der Auftakt zu einer kleinen Tour. Eine Woche lang sind wir in der Republik unterwegs. Außerdem werden wir mit einem anderen Schlagzeuger spielen. Aaron Wehner von Crimson Oak wird uns begleiten. Und wir werden wohl das ganze Album und eventuell ein oder zwei Cover spielen. Aber wir haben mit Bone Man und Phiasco auch zwei supergeile Bands da, die an diesem Abend mit uns spielen. Schon allein das wird klasse. Die Zuschauer erwartet also ein schöner Psycho-Stoner-Rock-Abend.

Das erwartet dich am 6. Oktober in der Jugendkulturfabrik:

Grained (Stoner/Grunge, Fulda)

Bone Man (Heavy/Psych/Fuzz, Kiel)

Phiasco (Stoner Rock, Köln)

Los geht es um 20 Uhr. Tickets kosten an der Abendkasse 5 Euro.

Eine fantastische Party ist garantiert. Einen kleinen Vorgeschmack bekommst du mit dem Konzertmitschnitt des ersten Gigs.

Und wer noch einen weiteren Grund zum Feiern braucht? Direkt am Tag danach startet der Vorverkauf fürs Herzberg 2018. Durchfeiern ist angesagt!

„Tunes from the void“

Was für eine Wucht. Wer Grained schon mal live erlebt hat, weiß, dass die Jungs richtig Power auf die Bühne knallen. Das Feeling konnten sie einfangen und legen eine Platte vor, die man mehr als einmal anhören muss. Und das nicht nur, weil die Texte so tiefgründig, so ausgefeilt sind, dass man einfach hinhören muss.

Ins Ohr gebrannt hat sich bei mir „Floods“, ein Song, ein Hilfeschrei, ein eiskalter Schauer der Gänsehaut in den Gehörgängen, in dem Manous sängerische Qualitäten so richtig rausgearbeitet werden.

„Circus“, das die Abgedrehtheit der Welt in den Fokus nimmt. „The World’s a freak show ’n‘ you’re the main act in this circus for the insane“ Ein Song, den man gerade rund um die politischen Entwicklungen um Flucht, Wahlen und Firmen, die ihre Kunden skrupellos betrügen ganz laut aufdrehen möchte.

Reines Abschalten und Headbangen angesagt? Auch. Aber nicht nur. „Tunes from the void“ ist musikalisch ausgefeilt, bietet mehr als wildes Getrommel und laute Bässe, macht echt Laune. Man kann die Platte komplett online hören. Aber von uns gibt es eine Kaufempfehlung. Denn das Artwork des Covers und Booklets ist ein Hingucker. Macht sich garantiert gut im CD-Regal.

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QuelleFoto: Mariana Friedrich
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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.