Eine Band mit vielen Gegensätzen: anorak.

Musikkolumne Augen zu, Ohren auf

anorak. Foto: Julian Pache

In „Augen zu; Ohren auf!“ zeigt euch K. Nico Bensing Musik für das nicht immer ganz so große Publikum, findet die schönen Worte und Geschichten im Wust der Texte und zeigt: Es lohnt sich, Musik mit geschlossen Augen und offenen Ohren zu hören. Manchmal ist es nur ein Wort, manchmal ein Satz oder ein Solo, manchmal etwas ganz anderes; die Kleinigkeiten eben, die das Leben lebenswert machen – und die Musik hörenswert.


06.07. anorak. – eine Band mit vielen Gegensätzen

Post-Hardcore aus Köln, das ist anorak. Gerade haben sie ihr erstes Album „Enthusiasts & Collectors“ rausgebracht, waren auf großer Tour durch deutsche Kneipen und Clubs, jetzt sind sie in meiner Kolumne. Eine Band, die so viele Gegensätze in sich vereint und gerade deshalb so authentisch wirkt und interessant ist.

Da sind Hardcore-Passagen mit Screamo-Parts von Sänger Philipp Lessel, da sind Alternative-Sounds, da ist Punkrock, alles was weh tut eben. Und auf der anderen Seiten gibt’s da die ganz ruhigen Töne, Balladen, Trauer, Einsamkeit. Das Gitarrenspiel von Marc-Joel Mölle und Julian Pache tut sein Übriges und gibt anorak. irgendwie auch einen psychedelischen Indie-Anstrich. Das klingt frisch und anders und erfrischend, selbst wenn es nicht brandneu ist, die Mischung macht anorak. zu etwas ganz Außergewöhnlichem. Man darf gespannt sein, wohin die Reise für die fünf Kölner gehen wird.


29.06. Pup treiben die Sau durchs Dorf

Schon mit ihrer ersten Platte haben die Kanadier eindrucksvoll bewiesen, dass man auch heute noch lupenreinen Garagenrotzpunkrock spielen kann. Roh und ungekünstelt rasen die vier Jungs auch auf „The Dream Is Over“ wieder von Song zu Song und treiben die Sau mit hymnischen Schlachtrufen durchs Dorf.

Sowohl der Name des Albums wie auch des ersten Songs „If This Tour Doesn’t Kill You, I Will“ spielt auf das Beinahe-Ende der Band nach gut und gerne 450 Shows in nicht einmal zwei Jahren an: Sänger und Gitarrist Stefan Babock hatte eine Zyste an einem seiner Stimmbänder, und der Doktor riet ihm, das Ganze doch lieber bleiben zu lassen. Nun ja, was soll man sagen: Kurz darauf kündigten sie die zweite Scheibe an. Zehn Tracks, jeder einzelne ist unverkennbar Pup und „The Dream Is Over“ mindestens so gut wie das Debüt.


24.02. Broilers: „Was er sagt ist wahr“

Es gibt sie einfach, diese Menschen, die selbst gar nicht mehr merken, wie viel Bullshit sie ihren Tresenkumpanen da Tag für Tag und Nacht für Nacht auftischen. So was kann schon verdammt anstrengend sein, aus der richtigen Perspektive betrachtet ist es hingegen gar nicht so schlimm. Einfach zurücklehnen, entspannen und den abenteuerlichsten Geschichten lauschen. Ob sie wahr sind oder nicht, ist doch letztlich scheißegal – wichtig ist, dass sie uns unterhalten.

„Was er sagt, was er sagt ist wahr
und immer so gewesen. Der Held in unserer Mitte
und der Held an unserem Tresen.“

Die Düsseldorfer Punks Broilers haben das auf ihrer ursprünglich 2007 veröffentlichten Platte „Vanitas“ durchaus humoristisch abgehandelt. Pünktlich zum Reissue des starken Albums – die Schallplatte erscheint am 25. März – gibt’s hier ihren Song „Held in unserer Mitte“. Die LP (inkl. CD) kann bereits im Internet (und bestimmt auch im Plattenladen Marleen) vorbestellt werden.

„Er ist nicht mehr da,
wohl zum Mond geflogen.
Er sagt, es geht ihm gut,
zum ersten Mal gelogen.“


 

17.02. Brian Fallon: Schmerzmittel über Genregrenzen hinweg

Brian Fallon ist ein sehr umtriebiger Musiker – mit „Gaslight Anthem“ hat er die junge Alternative-Rockgeschichte mitgeschrieben, mit seinem Projekt „Horrible Crowes“ das beste Konzeptalbum über die Liebe mindestens der letzten 15 Jahre, vielleicht auch überhaupt veröffentlicht. Jetzt – während der Bandpause von Gaslight – kommt der 35-Jährige aus New Jersey mit einer Soloscheibe auf den Markt, seiner allerersten – nach langem Hin und Her ließ er sich schließlich von einer Freundin überzeugen, sie auch unter seinem eigenen Namen „Brian Fallon“ zu veröffentlichen.

Sie riet ihm: „‚Wenn du einfach deinen wirklichen Namen benutzt, dann kannst du irgendein Album aufnehmen – ganz egal! Du kannst dich verändern, mit unterschiedlichen Musikern zusammenarbeiten: Du kannst genau der sein und das machen, was dir vorschwebt und das Ganze dann zu einem Paket verschnüren.‘ Ganz ehrlich: Das war einer der besten Ratschläge, den ich jemals bekommen habe.“

Und das merkt man der Platte an: Folk, Rock’n’Roll, Country – Fallon macht, was er liebt – über Genregrenzen hinweg; seine musikalischen Vorbilder schwingen in jeder einzelnen der gut 40 Minuten wunderbar subtil mit, der Singer/Songwriter huldigt Johnny Cash, Tom Petty, Bruce Springsteen, ohne dabei auch nur eine Sekunde seinen eigenen Sound zu verlieren.

Am 11. März erscheint „Painkillers“. Die vollständige Rezension kannst du in der kommenden move36-Ausgabe nachlesen, die Anfang März überall in der Region am Kiosk erhältlich sein wird.


9.12. Beschwipste Liebe zum Gypsiesound

Mit ihrem wahnsinnig herzlichen Gypsiefolksound, der irgendwo leicht angeschwippst zwischen Psychedelic, Balkan, Ska und Indie rumtorkelt, sind Bukahara die deutsche Band der Stunde. Zumindest bei mir. Ihr Song „Eyes wide shut“ ist so eingängig und melodramatisch, dass er sich für Tage im Kopf einnistet und einfach nicht mehr verschwinden will. Die Kölner Band, bestehend aus Western-Gitarre (Soufian Zoghlami), Geige (Daniel Avi Schneider), Kontrabass (Ahmed Eid) und Posaune (Max von Einem), lebt eine Musik, die das Herz heftigst zum Tanzen bringt. Das gibt es ganz selten, die Begeisterung der Jungs für ihre eigene Sache trägt ihren großen Teil dazu bei. Also legst du das Smartphone weg, schaltest die beschissene Glotze aus und versuchst, dich wieder daran zu erinnern, welchen Träumen du eigentlich nachjagen wolltest, bevor du „groß“ wurdest. Auf Los geht’s los! Die Platte kann übrigens auf der Homepage geordert werden.

„Turn off your tv / how do you feel? /
I tell you: to be bored, our life is just too short /
Turn off your phone / and how do yo feel? /
If you don’t know what to do / there are people right in front of you /
So try to remember / the dreams that we forget /
cause hope is not the answer / if you keep your eyes wide shut“

 


11.11. Please Madame: Heißer Scheiß aus Österreich

Circus-Halligalli-Zuschauer dürften mit dem Namen „Please Madame“ bereits vertraut sein. Ist die Band aus dem österreichischen Salzburg doch regelmäßiger Gast in der Show von Joko und Klaas. Am 13. November erscheint nun endlich die Debütplatte „Escape the nest“, der als Österreichs heißester musikalischer Scheiß seit Wanda und Bilderbuch gehandelt wird: In diesem Jahr bekamen die vier Salzburger Jungs bereits den Austrian Newcomer Award verliehen. Mit dem Song „2020“ schafften sie zahlreiche österreichische Airplays, und jetzt wollen sie auch nach Deutschland. Zwei Lieder vom neuen Album sind bereits veröffentlicht worden: „Be my ending“ und „Ship a dollar to Europe“. Ursprünglich als Metal-Band gestartet, sind die vier Jungs über den Umweg Alternative Rock jetzt wohl endgültig heimisch geworden: Die Truppe hat sich dem Synth-Indierock-Pop verschrieben. Klingt verschwurbelt, aber es beschreibt den eigenen Stil der Salzburger am besten. Im Gegensatz zur Genrebezeichnung ist die Musik aber ganz und gar nicht kompliziert: straighte Sounds, knackige Lieder, schlichte Texte.

Der konsequente Synthesizer-Einsatz hebt die Indiejungens auf eine künstliche Ebene, von der sie Dank der Gitarrenriffs aber immer wieder runter geholt werden. Genau diese Mischung aus abgehobenen Synthsounds und scheppernden Gitarrensoli macht „Please Madame“ gut. Sänger Dominik Wendl schafft es gekonnt, eine Kohärenz in die unterschiedlichen Melodien der 13 Songs zu bringen. Seine Stimme ist stark, erinnert manchmal an Christian Vium von Go Go Berlin (siehe Eintrag vom 23.11.), hier und da an Ben Howard (siehe Videorezension) oder Jonas Alaska (siehe Eintrag vom 18.2.).

Am 15. Februar 2016 spielen die vier Salzburger in Kassel. Für knapp 10 Euro. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, so günstig wird „Please Madame“ wohl nicht mehr lange bleiben. Das Album „Escape the nest“ erscheint am Freitag, 13. November bei late hour music.

 


28.10. Allison Weiss: Zärtlich und stark

Die aus Kalifornien stammende Allison Weiss ist ein beeindruckendes Licht im Singer/Songwriter-Gewühl. Album Nummer eins veröffentlichte sie in DIY-Manier, nachdem sie das Geld bei einer Kickstarter-Kampagne zusammengekratzt hatte. Das war 2009. Und in den großen Medien der USA kam ihr Debüt ziemlich gut weg, die New York Times lobte die Platte, und auch The Wired war angetan von der jungen Indie-Pop-Punkerin. Für Album Nummer zwei sammelte sie wieder; 12.000 Dollar benötigte sie, 30.000 sind es geworden. Ihr Erfolgsrezept: absolute Ehrlichkeit und Offenheit, mit der die queere Sängerin, die sich 2010 outete, einer ganzen Community ihre Stimme gibt und Mut zuflüstert. Dabei erzählt sie herzzerreißende Geschichten von Liebe, Trauer, Lebensaufgaben und Courage.

Mein Lieblingslied ist „Wait for me“ vom zweiten Album „Say what you mean“. Besonders in Kombination mit dem Video ist es mehr als rührend. Zwei Geschichten werden parallel zueinander erzählt, einmal in Textform, einmal im Lied selbst. Ein wirklich toller, trauriger Song, der noch zärtlich von Streichern untermalt ist. Absolut hörenswert. Ihr drittes Album „New Love“ ist am 2. Oktober auf CD und Vinyl sowie digital erschienen.

 


30.9. Fang mit den Babyshambles an!

Lang, lang ist hier in der Musikkolumne nichts mehr passiert. Als jetzt aber das neue Libertines-Album erschienen ist, dachte ich mir: „Musikkolumne schreiben könnteste au ma wieder“. Gut. Gesagt, getan. Um das Ganze hier aber etwas spannender zu machen, stelle ich euch gerade nicht die neue Libertines-Platte, sondern alle Babyshambles-Scheiben vor, bei denen ebenfalls Pete Doherty hauptverantwortlich zeichnete.

Das aktuelle Album der Babyshambles, „Sequel to the prequel“ (erschienen 2013), hatte ich mir damals nur aus Nostalgiegründen (und weil mir das Albumcover gefällt) gekauft. Doch die Scheibe überraschte mich sehr positiv: Schon das erste Lied „Fireman“ legt scheppernd los und hat mich direkt wieder in die jungen Jahre zurückversetzt, als „Shotter’s Nation“ in meinem CD-Spieler rauf und runter lief – das war 2007. Am großartigsten auf „Sequel to the prequel“ ist aber der Song Dr. No, der mit seinen Reggae- sowie Wildwest-Elementen wieder den Babyshambles-Sound der ersten Platte einbaut. Nur diesmal in gut (mehr dazu weiter unten)!

Die beste Babyshambles-Platte ist aber zweifelsohne ihre zweite: „Shotter’s Nation“ von 2007. Ein Lied geht mehr ab als das andere. In meinen Augen das Meisterstück der Band. Ob es auch nur annähernd an die Libertines herankommt, muss jeder für sich selbst beantworten. Ich finde: ja. Mindestens! Außerdem ist das Albumcover ein kleines Kunstwerk – gezeichnet von Alizé Meurisse, bezieht es sich auf das Gemälde „The Death of Chatterton“ von Henry Wallis. Stellvertretend möchte ich euch den Song „UnBiloTitled“ zeigen. Man merkt jeder Zeile die Brüchigkeit der damals aktuellen Beziehung zwischen Kate Moss und Doherty an. Kostprobe?

„For two thousand years I waited for your call /
Screaming from the windows /
Screaming bloody murder /
The more that you follow me / The more I get lost /
You think that you know me / You’re pissing me off /
Yeah, you said that you love me /
Why don’t you fuck off?“

 

Kommen wir zur letzten Platte in der Reihe: „Down in Albion“, das Debutalbum der Babyshambles aus dem Jahre 2005. Um es kurz zu machen: gut, aber mehr auch nicht. „La Belle et la bete“ ist fett, genauso wie „Fuck forever“ und „Killamangiro“. Mit dem Rest kann ich nicht ganz so viel anfangen – am nervigsten ist in diesem Fall der Reggae-Track „Pentonville“. Das machen die Babyshambles auf „Sequel to the prequel“ besser (siehe und höre oben). Die Empfehlung lautet also: Kauf dir „Shotter’s Nation“, und wenn dir das gefällt, dann hör dir mal die Libertines an – fang aber nicht mit der gerade erschienenen Platte, sondern mit der ersten, mit „Up the bracket“ an.

 


15.7. So richtig Bock auf das Leben

Platz 147 der 500 besten Songs aller Zeiten: Das ist „Lust for life“ von Iggy Pop, wenn es nach den Musikredakteuren des amerikanischen Magazins Rolling Stone geht. Und sind wir mal ehrlich: Das Lied gehört da auch hin. Ein großartiges Stück der wohl besten Platte des „Godfathers of Punk“.

Richtig bekannt wurde der Song auf zweierlei Weise: Einmal als Iggy Pop das Lied in einer niederländischen Fernsehshow zum Besten gab und dabei oberkörperfrei randalierte. Zum anderen, weil der Track in „Trainspotting“ aufgegriffen wird und, nun ja, der Film ein absoluter Klassiker der Drogenfilme ist.

Genau davon handelt er natürlich auch – dennoch macht das außergewöhnliche Schlagzeug und die positive Attitüde so richtig Bock auf das Leben.

Und hier der Trailer von Trainspotting:


8.7. Tracy Chapman

Revolution! Tracy Chapman singt, immer nur spärlich von Instrumenten begleitet, oft von der Kehrseite des American Dream, von Problemen, Slums, Rassismus – stets sozialkritisch und trotzdem zum Augenschließen schön! Ihre Musik brachte ihr schon vier Grammys ein – das Debutalbum „Tracy Chapman“ hielt sich in Deutschland beinahe 100 Wochen in den Charts. Im Vereinigten Königreich war es gar 292 Wochen in der Bestenliste!

„Talking ‚bout a revolution“ ist der Opener des Albums und hinsichtlich der aktuellen Lage in Europa und der Welt (mal wieder) brandaktuell. „Poor people are gonna rise up / and get their share / poor people are gonna rise up / and take what’s theirs“.

 


Frank Turner: Positive songs for negative people

Vor nicht einmal zwei Wochen kündigte der sympathische Brite Frank Turner ein neues Album an. Am 7. August erscheint „Positive songs for negative people“, mittlerweile sein sechstes Studioalbum. Wooooop! Wer Frank Turner also immer noch nicht kennt, dem gilt mein aufrichtiges Beileid, dem gebe ich hier aber auch die Chance, mal in das Universum einzutauchen.

Musikalisch oft nicht kompliziert gestrickt, steckt in der Singer/Songwriter-Musik viel Punkrock aus Turners früherer Zeit bei der Band Million Dead. Was ihn aber so verdammt besonders macht, sind seine poetischen, ehrlichen, mal traurigen, mal aufmunternden Texte. Eines der ersten Lieder, das ich von ihm kennenlernte, war „I still believe“. Turner singt sinngemäß davon, dass „Rock’n’Roll“ in der Lage ist, Leben und verlorene Seelen zu retten. Schön!

I still believe in the sound
That has the power
To raise a temple and tear it down

And I still believe in the need
For guitars and drums and desperate poetry
I still believe that everyone
Can find a song for every time they’ve lost
And every time they’ve won

Now who’d’ve thought that after all
Something as simple
As rock ’n‘ roll would save us all?

 


24.6. Gegen die Gravitation

Der König ist tot, lang lebe der King of Pop! Ein Künstler wie eine Maschine, unnahbar, unverständlich und irgendwie auch immer unverstanden. Ich war schon immer begeistert von ihm – in meiner Kindheit bekam ich „Moonwalker“ vorgesetzt; ein Kinderfilm von und mit Michael Jackson. Aus diesem ist auch die folgende Version von Smooth Criminal; ein fantastisches Video, so etwas gibt es heute gar nicht mehr. Die Liebe und Arbeit, ganz zu Schweigen natürlich von Jacksons Performance – der „Anti Gravity Lean“, der Capone-Gangster-Stil der 30er Jahre, die Dauer (zehn Minuten!). Epische Meisterwerke, die zum Glück niemals in Vergessenheit geraten werden.

Und auch das Live-Video ist nicht zu verachten:

 


17.6. Die Armee der Tiger

Tiger Army ist im Studio, um eine neue Platte aufzunehmen; das sind fantastische Nachrichten, die mich brutal gefreut haben. Deshalb gibt es jetzt und hier, an Ort und Stelle, einen Tiger-Army-Song: „Outlaw heart“. Ein großartiger Psychobilly-Klatscher, der auf dem ersten Longplayer von 1999 zu finden ist. Ich könnte jetzt viel über das Lied erzählen, viel interessanter ist jedoch die Geschichte hinter dem Namen der Band, der auf deutschem Boden entstanden ist. Bandmitglied Nick 13 sagte gegenüber laut.de:

„Ein Freund schleppte mich mit zur Love Parade nach Berlin, und es war schrecklich, eine grausame Erfahrung. Diese ganzen Leute, all die Raver, die Techno-Mucke, mir wurde echt schlecht davon. Ein paar Tage später waren wir dann abends in der Stadt unterwegs, und da hing ein Plakat, das wohl irgendwie was mit einer fernöstlichen Religion zu tun hatte, aber auch wie ein altes Zirkusplakat aussah. Wir fingen dann irgendwie an über Tiger zu sprechen, machten so unsere Witze, und ich meinte dann zu meinem Freund, ich würde mir gerade vorstellen, wie es wohl gewesen wäre, eine ganze Armee von Tigern auf die Love Parade loszulassen, die alle killen – bis auf die, die cool sind. Von ‚Army of Tigers‘ kam ich dann auf Tiger Army, und die Idee dahinter war, dass es in der Gesellschaft eben ein paar Leute gibt, die wissen was Sache ist, im Gegensatz zu den ganzen Idioten, die da zu Techno rumtanzten, und die Tigerarmee wüsste eben, wer von denen zu den Guten zählt„.

 


10.6. Unter meiner Fuchtel

Nach all der Miley-Cyrus-Lobhudelei jetzt mal wieder Musik von wahren Künstlern: den Stones. Musik aus den guten Zeiten, als Rock’n’Roll tatsächlich noch rebellisch war (Ja, man muss kurz ausblenden, dass die Rolling Stones eine der erfolgreichsten Rock-Bands ever sind. Aber trotzdem: rebellisch!). Das Lied „Under my thumb“ erschien 1966 auf dem Album Aftermath und erzählt die wechselseitige Beziehung und Abhängigkeit von Paaren: Sie hatte mich unter der Fuchtel („to be under someone’s thumb“), jetzt hat sich der Spieß gedreht, und ich sage ihr, wo’s langgeht.

So sind Beziehungen eben; gerade noch warst du derjenige, der das Potenzial hatte, sie zu verletzen, jetzt hoffst und betest du, dass sie bei dir bleibt und du ihr genügst. Auf der Stones-Doku „Gimme Shelter“ sind Ausschreitungen zu sehen, die während dieses Lieds auf dem Altamont Free Concert passierten: Ein Ordner (und Hells-Angels-Mitglied) erstach einen jungen Mann, die Meute war zugepumpt mit Drogen und Alkohol, das Lied wurde unterbrochen. Rebellion und Rock’n’Roll eben; zugegeben, nicht immer besonders schön und fair. Aber so ist das im Leben – und in der Liebe.

Under my thumb
The girl who once had me down
Under my thumb
The girl who once pushed me around

It’s down to me
The difference in the clothes she wears
Down to me, the change has come
She’s under my thumb

 


3.6. Miley Cyrus!

Zugegeben: Dass Miley Cyrus in meiner Musikkolumne auftaucht, überrascht mich selbst. Als ich vergangene Woche aber ihre „Happy Hippie Foundation“ kennen lernte, war ich schwer begeistert, mit welchen Künstlern Miley Cyrus da unter dem Namen „Backyard Sessions“ für den guten Zweck trommelt: Melanie Safka (sogar zwei Lieder mit Melanie Safka! – Wer das ist: Siehe letzter Eintrag vom 27.5.), oder Ariana Grande zum Beispiel. Vor allem war ich aber heftigst angetan von ihrem Duett mit Laura Jane Grace von Against Me! (Wer das ist: Siehe Eintrag vom 4.2.): Die „Happy Hippie Foundation“ setzt sich für Gleichberechtigung (LGBT) ein und versucht, Obdachlosen von der Straße zu helfen. Mit Laura Jane Grace hat sie ein perfektes Exempel gefunden: Bis vor Kurzem war Grace noch ein Mann und hörte auf den Namen Tom Gabel. Das Duett „True Trans Soul Rebel“ ist verdammt gut. Darüber hinaus coverte sie noch einige Songs, so zum Beispiel von Paul Simon (gut), Dolly Parton (richtig fett), Jeff Buckley (Bam!).

Was mir dabei erstmals aufgefallen ist: Miley Cyrus hat nicht nur einen tollen Musikgeschmack, sondern auch tatsächlich eine wirklich gute Stimme. Unbedingt reinhören!

 


27.5. Was machst du am Abend, allein, mit dem letzten Glas Wein?

Melanie Anne Safka-Schekeryk, besser bekannt als Melanie, ist eine der alten 68er Ikonen, Blumenkind im bunten Hippie-Kleid. Sie trat auf dem legendären Woodstock-Festival auf, veröffentlichte 1968 ihr erstes und 2010 ihr bis dato letztes und 38. Album. Sie ist bekannt für ihre Coverversion von „Ruby Tuesday“, aber vor allem für „Brand new key“. Ihr Stimme ist so rührselig, stark, rebellisch. Melanie hat mit „Leftover wine“ ein unglaublich intensives, tiefgehendes und ehrliches Lied geschrieben. Jedes einzelne Wort wirkt glaubwürdig und echt. Ein Klagelied.

„What do you do when the people go home
And what do you do when the show is all done
I know what I’ll do in the alone of my time
But what will I do with the leftover wine“

Und hier gibt’s den Link zum Video: on.move36.de/4134

 


20.5. Wenn du dich einmal entschieden hast 

Glen Hansard hat mir bis vor wenigen Wochen noch rein gar nichts gesagt. Liest man seine Vita, ist das schon überraschend: Er gewann 2008 den Oscar in der Kategorie „Bester Song“, bei dessen Film „Once“ er gleich noch die Hauptrolle spielte; Hansard schrieb außerdem ein Stück für „Tribute von Panem“ und den Song Coming Up Roses für „Can a song save your life?“

Kann man also kennen, den netten Iren. Angefangen hat der heute 35-Jährige als Straßenmusiker in Dublin. Anschließend war er Frontmann der Rockband „The Frames“, mittlerweile ist er solo unterwegs. Seine musikalisch schönste Zeit hatte er aber wohl mit Marketa Irglova, mit der er zwei Alben aufnahm. „When your minds made up“ ist ein Lied aus dieser Schaffensphase und erzählt von den Leiden, wenn in einer Beziehung zwei Menschen Unterschiedliches wollen und sich womöglich schon entschieden haben.

 


13.5. North Alone: Das Gaslight Anthem Deutschlands

Das Album „Cure and disease“ ist ein BrettNorth Alone bereitet mit seinen harten Akustikkrachern verdammt Laune, Sänger Manuel Sieg erzählt Geschichten, die nur Reisende erzählen können; er erfindet das Singer/Songwriter-Genre zwar nicht neu, hierzulande macht der Osnabrücker aber schlicht alles anders als seine Liedermacher-Kollegen.

„Missing Heart Shadow“ ist der stärkste Song der gerade erschienenen Platte und steht stellvertretend für den lyrischen Duktus seines gesamten Albums: Das Lied hätte genau so gut auf einer Gaslight-Anthem-Platte landen können. Man fragt sich, warum Brian Fallon nicht auf diese Idee kam. Der beste Gaslight-Anthem-Song ever, der nicht von Gaslight Anthem geschrieben wurde, quasi!

 


6.5. Frankfurter Rocksau Wirtz

Daniel Wirtz, das ist Musik mit deutschen Texten; denkt dabei aber bloß nicht an die ekelhaften Deutschrock-Karikaturen, die mit Heimatliebe-Parolen gerade die Dorfdiskos stürmen. Daniel Wirtz ist ehrlich, schonungslos und sentimental. Sein erstes Album ist das wohl beste, das der deutschen Alternativ-Musikszene in den letzten Jahren untergekommen ist. Darin predigt er in elf Titeln seine Sünden, Ängste, Sorgen und Hoffnungen runter.

„Keine Angst“ handelt vom Schmerz, den eine Trennung eben so mit sich bringt; das Video ist darüber hinaus weltklasse, weil komplett ohne Schnitt.

„Nimm mein Herz, mein Blut, mein Fleisch,
mein Stolz und den ganzen anderen Scheiß,
zieh mich ab bis auf den Kern und tue dann so,
als würd‘ er dir gehören
Lutsch mich leer, solang’s was gibt,
tritt richtig rein, wenn ich am Boden lieg“

 


29.4. Gig in der Fabrik – das komplette Konzert

Für alle, die beim allerersten Gig in der Fabrik nicht dabei sein konnten, hier das komplette Konzert. JoJoJo, Manou Wolfsgruber, M’n’M und JukeBox haben ordentlich gefetzt, und wir freuen uns, das alles auf Band zu haben!

 


25.3. Black Keys: „I’ll meet you some day“

„Unknown, unknown brother /
I’ll meet you someday /
Unknown, unknown brother /
We’ll walk through fields where children play“

Lieder über den Schwager gibt es wenige. Dann auch noch so ein trauriges, obwohl die Melodie schön garagig und gemütlich klingt. Der Text von „Unknown brother“ wirkt wie nebenbei – vielleicht paralysiert – gesungen, ist etwas melancholisch, aber nie trist. Sänger und Gitarrist Dan Auerbach hat es für den Bruder seiner Freundin geschrieben, der im High-School-Alter war, als er an Krebs starb. Die Black Keys wissen, wie man Geschichten erzählt; und hier erzählt Auerbach Geschichten über die Geschichten, die erzählt werden; das alles wirkt merkwürdigerweise positiv.

„Though I’ve never met you /
And we’ve spoke not a word /
I’ll never forget you /
Through the stories that I’ve heard“

 


18.3. Lebensbejahende Rebellen

Die sechsköpfige Musikgruppe „Young Rebel Set“ sei irgendwo in der Nähe von „Mumford & Sons“ anzusiedeln. Das hörte ich oft, als ich vergangenes Jahr auf einem Konzert der Band aus Stockton-on-Tees war – die Jungs traten im Kuki-Zelt in meiner Heimat Schlüchtern auf, vor knapp 130 Leuten.

Und Unrecht haben die Leute damit nicht. Sänger Matty Chipchase erinnert mit seiner Stimme zwar hin und wieder an Glyn Jones von den Arctic Monkeys, musikalisch ist die britische Band aber klar dem Folk-Rock verschrieben. Und diesen spielen sie in lebensbejahender Manier: mit Liedern, die von verflossener Liebe, neu aufkeimender Hoffnung und dem großen weiten Meer berichten. In „If I was“ geht es um all diese Dinge.

Die Band ist in Deutschland unter Vertrag beim Indie-Label Grand Hotel van Cleef, das unter anderem von Tomte-Sänger Thees Uhlmann gegründet wurde und auch Scheiben der Band „Kettcar“ vertreibt.

„Young Rebel Set“ spielte damals nur eine gute Stunde. Wer aber noch ein paar Minuten länger ausgeharrt hatte – so wie ich -, konnte neben den zwei Zugaben, die sie ohnehin spielten, noch ein weiteres Stelldichein hören: So waren sie nach dem Konzert und ein paar Bier im Saal des evangelischen Gemeindezentrums in Schlüchtern nicht mehr von Piano und Cajon wegzubekommen und spielten und sangen mindestens eine weitere Stunde für ein kleines Publikum von zehn Leuten. Die Jungs lieben Musik! Das hört man.

 


11.3. Wir haben einen Spotify-Kanal! Abonniert uns, boys und girls.

Heute gibt’s mal Werbung in eigener Sache: move36 ist ab sofort mit einem eigenen Spotify-Account vertreten. Suche einfach auf Spotify nach „move36“ (ohne Leerzeichen), und schon kannst du auf unsere Playlists zugreifen. Zum Start gibt’s Listen für die Mittagspause, Gute-Laune-Songs, um zufrieden den Feierabend einzuläuten, Listen zum Kochen und natürlich auch alle Songs, die du hier in meiner Kolumne findest. Am besten du abonnierst uns einfach, denn es kommen permanent neue Listen dazu. Viel Spaß beim Reinhören!

 


18.2. Der Bob Dylan aus dem Norden

Am Freitag, 20. Februar, erscheint die neue Platte von Jonas Alaska. „Tonight“ heißt das gute Stück und ist das erste Album des skandinavischen Singer/Songwriters, das in Deutschland auf den Markt kommt. Jonas Alaska kennt ihr nicht? Klickt auf die Video-Rezension. Es lohnt sich – vor allem für Beatles- und Bob-Dylan-Freunde! Versprochen.

 


11.2. Drei Asse trumpfen auf

Bud Spencer und Terence Hill sind das wohl unterhaltsamste Prügelduo der Filmgeschichte; dazu gehören Schläge, die mit knallenden Boing!-Geräuschen und zwitschernden Vögeln untermalt werden, Fliegerbrillen, Schnauzer, dicke Bäuche und dumpfe Sprüche. Und – im Fall von „Zwei Asse trumpfen auf“: der Titelsong „Movin Cruisin“ von „The Fantastic Oceans“! Okay, das sympathische Full-Playback der drei Bandmitglieder kann die optischen Fehltritte der 80er zwar nicht überdecken. Eher im Gegenteil. Trotzdem: Beim Hören bekommt man zwangsläufig gute Laune. Also, wenn der Tag beschissener nicht sein könnte – einfach mal reinhören!.

„Don’t ever worry cause you’ve got no home
you got your freedom if you move alone“

 


4.2. „Don’t miss your chance to see it“

Tom Gabel. Wer ihn kennt, weiß, dass er sich gerade einer Geschlechtsumwandlung unterzieht und Laura Jane Grace heißt. Als ich ihre Band „Against Me!“ 2013 auf dem Big Day Out-Festival in Australien sah, war das optisch schon merkwürdig: Die Stimme eines Mannes, das Aussehen einer Frau. Wie dem auch sei: „100 Years Of War“ ist schon etwas älter, von der EP „Heart Burns“. Es zählt zu meinen Lieblingsalben, das ich aber schon eine Weile nicht mehr gehört habe. Vergangene Woche erinnerte mich ein Freund mit einem Post wieder daran. Danke, Markus! Jedes der 7 Stücke darauf ist ruhig und anprangernd, kritisierend, ernst, tiefgründig und zeigt, dass Laura Jane Grace zu den besten Songwritern Amerikas zählt. Also, nutzt die Gelegenheit, euch mit diesem großartigen und mutigen Menschen auseinanderzusetzen!

„Well don’t miss your chance to see it
While it’s all happening
These are all once in a life time events
And time will wait for no one

I said time will wait for no one“

 


28.1. „Your perfume like cigarettes and the sea“

Abschied fällt oft schwer und muss und darf betrauert werden. Wenn sich dann auch noch der Duft von warmem Zigarettenrauch und dem Meer in die Nase schleicht, hat das was Verrucht-Romantisches. Dazu die grandiose Stimme von Brian Fallon – eine verdammt geile Sau übrigens, sag ich jetzt mal so; als Mann. Melancholie und Traurigkeit gehören einfach zu den schönsten Launen des Lebens. Das Lied ist auf der 2011 Collection der Revival Tour, die Chuck Ragan jährlich mit einer anderen Entourage aufnimmt.

„Darling it’s so dark in this house
except for this light
my slow candle burning
and I know you’re somewhere
I always did feel it
I got a new song
You might never hear“

 


21.1. „Now that all that killings done / Dance to the good cash money son“

Zehn Jahre reichten nicht aus, um den scheppernden, verrotzten Indie, den Screaming Blue Messiahs spielen, mit dir bekannt zu machen. Das liegt vielleicht daran, dass die Band ihre goldenen Jahre in den 80ern hatte, aber auch daran, dass sie nach einer mäßig erfolgreichen dritten Platte direkt von ihrem Label fallen gelassen wurden. SBM vermischte Country, Punk, Rockabilly, und bettete es in ein Indietuch, das lange Jahre auf dem Estrich in der Garage gelegen hatte. Das rumpelt. Und deshalb gibt es jetzt und hier die Möglichkeit, Bill Carter, Chris Thompson und Kenny Harris noch mal zu hören (Danke, Youtube). Wild Blue Yonder ist vom zweiten Album, Bikini Red. Endlich, möchte man sagen, endlich gibt es eine Band, die so kompromisslos ihr Ding macht. Beziehungsweise machte. Und damit auf die Fresse fiel.

„A very good friend of mine said son
dance to the moonlight
dance to the gun“


14.1. Holzfäller in Scorsese-Manier

Dave Hause: Der Holzfäller aus Philadelphia, der seit einigen Jahren mehr und mehr an Bedeutung in der Singer/Songwriter-Szene gewinnt. Er hat sich das auch verdient. Ehemals Sänger der Punkrock-Band „The Loved Ones“, ist Dave Hause seit 2010 Solo unterwegs, veröffentlichte 2011 seine erste Scheibe „Resolutions“, ging im selben Jahr mit Chuck Ragan (Hot Water Music), Dan Adriano (Alkaline Trio) und Brian Fallon (Gaslight Anthem) auf Revival-Tour. 2013 erschien seine bislang letzte Platte „Devour“, die sich kritisch mit der amerikanischen Gesellschaft, ihren Werten und Errungenschaften auseinandersetzt.

Ich möchte euch „Time Will Tell“ von Platte eins – eindeutig eine Zehn-Punkte-Scheibe – zeigen. Das Video ist eine Hommage an Martin Scorseses Kurzfilm „The Big Shave“ aus dem Jahr 1967, das seinerzeit das „Engagement“ der US-Amerikaner in Vietnam kritisierte. Dave Hause bezieht sich in seinem Video auf Afghanistan und den Irak. Ein großartiges, wehmütiges Lied, das sich um Schuld und Vertrauen dreht. (Wer es gerne roh mag, klickt hier für eine flammende Akustik-Version)

 


7.1. Durango Riot: Trotzig in kleinen Spelunken

Das Potenzial für Großes haben sie, trotzdem hängen sie musikalisch trotzig in den kleinen Spelunken rum. Die Viererkombo aus Karlskoga in Schweden macht scheppernden Hardrock, oft mit einer großen Prise Punk vermengt. Auch wenn sie mit „Paranoia’s Rock“ keine neuen Wege gehen, latschen sie nicht auf ausgetrampelten Pfaden. Gerade die erstklassige Produktion des Albums macht „Face“ so gut. Genau richtig, um besoffen mit einem Pils in der Hand auf der Tanzfläche eines alten Klubs zu pogen.

 


4.1. „Nachts sind alle Katzen grau, doch treue Herzen leuchten blau“

„Moin, Moin. Und Ahoi!“ Das singt Erik Cohen in „Treue Herzen“. Doch Erik Cohen heißt gar nicht Erik Cohen, sondern Jack Letten. Der Frontmann einer der besten deutschen Punkcorebands „Smoke Blow“ feiert sein Einjähriges als Solokünstler. Im Januar erschien „Nostalgie für die Zukunft“, das in eine Kerbe schlägt, die es im deutschen Rock nicht gibt und die ganz klar nichts mit dem ekelhaften Deutschrock zu tun hat. Denn: Die Texte sind gut! Viele Seefahrermetaphern des Kielers machen Fernweh und wirken keineswegs gezwungen. Härtere Riffs à la Black Sabbath sind auf der Platte zu finden oder stimmliche Ähnlichkeiten zu den Misfits, aber auch ein wenig vom poppigen Udo Lindenberg, teilweise psychedelische Elemente, ein Groove wie Jan Delay und in manchen Zeilen bricht sogar der junge Rio Reiser aus besten Ton Steine Scherben-Tagen aus der Kehle Cohens heraus. Eines der Alben, die leider viel zu unbekannt sind.

„Moin, Moin. Und Ahoi! /
Nachts sind alle Katzen grau /
doch treue Herzen leuchten blau /
im Dunkel. Yeah!“

Übrigens: Ein paar (blaue) Schallplatten seiner auf 500 Stück limitierten Erstpressung sind noch zu haben.

 


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