Seit gestern laufen die Hochschulwahlen in Fulda. Was wird hier eigentlich alles gewählt? Und warum sind die Wahlen wichtig? Wir haben bei Peter Mathes (29), Referent für Hochschulpolitik des Allgemeinen Studierendenausschusses, nachgefragt:

Was wird bei den Hochschulwahlen alles gewählt?

Auf der Seite der studentischen Selbstverwaltung werden der Fachschaftsrat und das Studierendenparlament gewählt. Der Fachschaftsrat vertritt die Interessen der Studierenden seines Fachbereiches und setzt sich in allen Belangen für sie ein. Das Studierendenparlament beschließt zum Beispiel die Satzung, den Haushaltsplan und setzt die Beiträge der Studierendenschaft fest. Für die akademische Selbstverwaltung werden der Fachbereichsrat und der Senat gewählt. Hier können die gewählten Studierenden beispielsweise Einfluss auf den Haushalt der Hochschule, die Einrichtung oder Schließung von Studiengängen oder die Änderungen von Prüfungsordnungen der Fachbereiche nehmen.

Warum sind die Wahlen wichtig, insbesondere für die Studierenden?

Weil es um die Vertretung ihrer Interessen geht. Daher ist es natürlich auch wichtig, dass möglichst viele wählen – damit die Vertretung einen genügend großen Rückhalt genießt und so ihren Aufgaben im Sinne der Studierenden bestmöglich nachkommen kann.

Und wie hoch ist die Wahlbeteiligung an der Hochschule Fulda?

Wir hatten in den letzten Jahren immer eine Beteiligung zwischen 15 und 20 Prozent, was für Hessen ganz gut ist. An anderen Hochschulen schwankt sie beispielsweise immer um die zehn Prozent. Natürlich kann die Wahlbeteiligung niemals groß genug sein.

Gibt es denn dieses Jahr besondere Themen, die im Mittelpunkt der Wahlen stehen, die die Studierenden besonders beschäftigt haben?

Nein, im Kontext der Wahlen eigentlich nicht. Klar ist die Wohnungsnot jedes Jahr aufs Neue ein Thema. Außerdem beschäftigt uns aktuell die Kündigung des Rahmenvertrags zwischen den Hochschulen und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), quasi die Gema für Wörter beziehungsweise Schriftstücke. Somit stehen die sogenannten digitalen Semesterapparate (Lehrmaterialien) auf den Lernplattformen ab dem kommenden Jahr den Studierenden nicht mehr zur Verfügung und können für Lehrveranstaltungen nicht mehr zugänglich gemacht werden. Da stellt sich die Frage, wie sinnvoll das für das Lernen ist. Weiterhin gibt es durch den großen Anstieg der Studierendenzahlen in den letzten Jahren momentan zu wenig Lernplätzen und auch die Mensa ist zu den Stoßzeiten am Mittag regelmäßig überfüllt.

Heute und morgen kannst du noch im Selbstlernzentrum der Hochschule Fulda von 9 bis 14 Uhr wählen. Nähere Infos zu den verschiedenen Gremien findest du auf der Seite des AStA.