Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden. Der Numerus Clausus in Medizin ist teilweise verfassungswidrig. Bis 2019 muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass jeder Studienbewerber die gleichen Chancen hat. Was Fuldas Hochschulpräsident Professor Karim Khakzar zu dem Urteil sagt.

„Grundsätzlich ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu begrüßen“, erklärt Hochschulpräsident Professor Karim Khakzar. Die Entscheidung aus Karlsruhe decke eine Reihe von Ungerechtigkeiten auf, die bis 2019 beseitigt werden müssten. Beispielsweise forderten die Richter, dass es neben der Abi-Note weitere Auswahlkriterien geben müsse. Das Bundesverfassungsgericht erklärte den Numerus Clausus in der Humanmedizin für teilweise verfassungswidrig.

Ein Einser-Abi macht noch keinen guten Arzt

„Es ist einleuchtend, dass ein Abitur mit der Abschlussnote 1,0 nicht zwangsläufig zu einem guten Arzt führt. In jedem Fall müssen die durch die Hochschulen festgesetzten Kriterien transparent und nachvollziehbar sein und bestimmten gesetzlichen Vorgaben entsprechen.“ Bemängelt wird, dass die Abschlussnoten in Deutschland nicht immer vergleichbar seien. Khakzar fordert, dass das Urteil nun zu einer faireren Verteilung von Studienplätzen hierzulande führen müsse. „Auch wenn dies möglicherweise einen höheren Aufwand für die Hochschulen bedeuten kann.“

Khakzar sieht Auswirkungen auf andere Studiengänge

Das Urteil aus Karlsruhe bezieht sich zwar in erster Linie auf die Vergabe von Studienplätzen in der Medizin. Doch es habe auch Auswirkungen auf andere Studienfächer mit Zulassungsbeschränkung, so Khakzar. „Die Mehrzahl der Studiengänge an der Hochschule Fulda sind ebenfalls zulassungsbeschränkt. Daher muss nun geprüft werden, ob die Kritik der Verfassungsrichter auch auf die Vergabeverfahren an der Hochschule Fulda zutrifft. Gegebenenfalls muss nachgebessert werden.“

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QuelleFoto: Archiv
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