Schulunterricht digital – Was von der Politik im ganzen Land heiß diskutiert wird, wird in Fulda bereits von der OBCC GmbH, die auch move36 herausgibt, entwickelt und von Lehrern und Schülern erprobt. Genauer: von Schülern der Freiherr-vom-Stein-Schule. Und die bekamen in dieser Woche Besuch von Fuldas Bürgermeister und Schuldezernent Dag Wehner (CDU) sowie Vertretern des Schulamts, die sich anschauen wollten, wie tabletbasierter Unterricht mit der Lernplattform „OBCC classroom“ gestaltet werden kann.

8.40 Uhr am Mittwochmorgen: Die zweite Stunde beginnt für die neunte Klasse von Deutschlehrer Dieter Umlauf diesmal in ungewöhnlichem Rahmen. Gut ein Dutzend Gäste sitzen hinter den Schülern und lauschen aufmerksam. Ins Wlan einloggen und los geht es mit den Tablets und der digitalen Lernplattform, die das Lernen leichter und effektiver machen und den Unterricht auf Höhe der Zeit bringen soll. Bürgermeister Wehner wird später sagen: „Ich denke, dass das schon die Zukunft des Schulunterrichts sein kann und sich in diesem Feld viel bewegen wird. Ich finde es vor allem toll, dass die Frage der Digitalisierung im Unterricht hier in Fulda angegangen wird und wir Lösungen gemeinsam mit dem Kultusministerium voranbringen.“

„OBCC classroom“ ist eine Plattform für digitalen Unterricht, mit der das Lernen per Tablet oder Smartphone gestaltet werden kann. Die Plattform ist unterteilt in einen Kiosk für Lernmaterial (zu dem auch das Magazin move36 gehört), eine digitale „Schulbank“ mit Textbearbeitungswerkzeugen, Videoschnitt, Chat- und Kommentarfunktionen sowie Live-Tutorials für Programmierung.

Für die Tablet-Klassen der Stein-Schule ist „OBCC classroom“ nicht neu. In den vergangenen Wochen haben sie das Werkzeug bereits kennengelernt, getestet, Feedback gegeben und sogar eine Klassenarbeit über das damit erarbeitete Thema geschrieben. Dabei sollten sie einen Kommentar aus der Fuldaer Zeitung in seine Teilabschnitte zerlegen, eine Sachtextanalyse schreiben und anschließend einen eigenen Kommentar verfassen.

In der Teststunde zeigten die Schüler den Gästen, wie sie die neue Lernplattform anwenden. Sie suchten sich den Tablets zunächst Texte aus dem Material-Kiosk aus, die sie in Gruppen bearbeiteten. „Das Magazin move36 ist natürlich ein austauschbarer Inhalt“, erklärte OBCC-Geschäftsführer Walter Lorz. „Hier könnten Lehrbücher eingebunden sein, Literarische Werke, regionale Medien und vieles mehr.“

„Ich finde die App sehr sinnvoll“, sagt Schüler Sinan Kuzu (15), „weil sie alle Funktionen, die man braucht, in einer App zusammenbringt.“ „Sie plattformunabhängig ist, es ist also egal, ob ich sie vom Android- oder iOS-Tablet nutze“, fügt Sitznachbar Philip Kehl (14) hinzu. Das mache vieles einfacher. Bisher, so erzählen die Schüler, hätten sie verschiedene Tools genutzt, die sich nicht gut verknüpfen ließen.

„Die Bedienung ist echt einfach“, sagen auch Antonia Röder und Emma-Lia Baab (beide 14). Neben der Textbearbeitung können die Schüler Videos erstellen, Bilder mit dem Tablet machen und einbauen und eine Präsentation für die Klasse erstellen. Ist die einmal fertig, können die Schüler ihr Projekt vom Tablet per Beamer ihren Mitschülern zeigen.
Nun wird das System an der Stein-Schule getestet – und im Frühjahr hat sich erneut Kultusminister Lorz angekündigt, um sich über die Ergebnisse informieren zu lassen.

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QuelleFotos: Mariana Friedrich
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Mariana Friedrich

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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.