Studis haben’s schwer – Immer mehr packen ihr Studium nicht. Die Abbrecherquote in Mathe und den Naturwissenschaften liegt an Fachhochschulen mittlerweile bei 42 Prozent. Die Hochschule Fulda kämpft dagegen an. Ihr Masterplan: Das Studium der angepassten Geschwindigkeit. Das zeigt jetzt erste Erfolge.

Studenten an die Hand nehmen

Studenten der Elektro- und Informationstechnik und des Wirtschatsingenieurswesens können seit letztem Wintersemester langsamer ins Studium starten. Sie müssen sich nur für eine zweisemestrige Eingangsphase entscheiden. Was heißt das? Mentoren wiederholen zusammen mit den Studis Vorlesungsinhalte und Grundlagen, gehen individuell auf die verschiedenen Lernbedürfnisse ein. Die Erstsemestler werden mit Modulen wie Selbstorganisation, Projektmanagement und Lenrmethoden fit für den Bachelor gemacht. Der Nachteil: Dein Studium dauert zwei Semester länger. Bafög sollst du aber trotzdem bis zum Schluss bekommen und nicht nur für die Regelstudienzeit. Das Modellprojekt wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Fulda ist die erste Hochschule, die das Studium der angepassten Geschwindigkeit ausprobiert. Und das mit Erfolg.

Eine klare Tendenz

„Die Studenten, die sich für den langsameren Einstieg entschieden haben, schlossen im Durchschnitt genauso ab, wie alle anderen“, erklärt Antje Mohr, Pressesprecherin der Hochschule Fulda. Klingt wenig spektakulär ist aber eine gute Nachricht. „Immerhin haben sich die Teilnehmer des Modellprojekts im Vergleich zum Durchschnitt ja deutlich schwächer eingeschätzt.“ Tatsächlich sei es verhindert worden, dass Studenten hinschmeißen. „Die Betreuer sind sehr eng dran an den Problemen jedes Einzelnen und können deshalb frühzeitig unterstützen.“ Auch die Studenten sahen sich dadurch sehr gut auf die Prüfungen vorbereitet. Insgesamt haben sich 14 Studis im Wintersemester 16/17 für das Studium der angepassten Geschwindigkeit entschieden. Im Sommersemester 17 waren es noch elf. Belastbare Ergebnisse lägen erst nach insgesamt vier Semestern vor. Die Tendenz sei allerdings klar.

Wie dramatisch hoch die Zahl der Studienabbrüche mittlerweile ist, liest du hier.

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QuelleFoto: Archiv
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