Wie geht Integration? Diese Frage stellen wir uns seit 2015 die erste Flüchtlingswelle in Deutschland ankam und Städte und Kommunen vor große Herausforderungen stellte. Auch die Schulen, denn sie mussten plötzlich mit Kindern und Jugendlichen umgehen, die Schreckliches erlebt haben, gar nicht oder kaum die deutsche Sprache verstanden, geschweige denn sprechen konnten, aber dringend einen geregelten Schulalltag und Freunde brauchten, um zu verarbeiten, um anzukommen. Wir stellen dir junge Menschen von der Richard-Müller-Schule und ihre Berufswünsche vor.

Die Geschichte von Hamza Omar Waberi unterscheidet sich von der der anderen Intea-Schüler nicht nur durch das Herkunftsland. Hamza ist 18, in Somalia geboren und in Äthiopien aufgewachsen. „Damals hatten wir Probleme mit der Polizei, deshalb musste ich flüchten. Ich bin allein geflüchtet. Ich war 15.“ Über den Sudan und Libien führte ihn sein Weg. Ich bin mit dem Boot über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Ich konnte tagelang keinen Boden sehen, nur Himmel und Boot. Wir waren sieben Tage unterwegs.“ 150 Personen quetschten sich auf das kleine Gummiboot, als es mitten auf dem Meer von einem schwedischen Schiff aufgegabelt wurde. Dann ging es mit den Schweden weiter. „Wir haben dann auf dem Schiff etwa fünf Tage auf andere Flüchtlinge gewartet.“

Auf dem Boot traf Hamza sogar einen Cousin und war nicht mehr allein. Das Ziel der beiden: klar, Schweden. Denn diese Leute hatten sie gerettet. Und in Schweden hat der junge Mann einen Onkel. „In Italien wollten sie unsere Fingerabdrücke nehmen. Das wollten wir aber nicht, ich wollte nicht in Italien bleiben. Also sind wir am gleichen Abend noch weitergeflohen.“ Weit kamen sie nicht. Sie wurden sie von der Polizei gestellt und nach Frankfurt gebracht.

Inzwischen hat sich Hamza hier gut eingelebt, seinen Hauptschulabschluss gemacht und möchte hier auch eine Ausbildung starten. „Ich möchte Einzelhandelskaufmann werden. Und hier bleiben.“

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QuelleFotos: Mariana Friedrich
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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.