„Ausbildung ist sehr wichtig“ – Ebadullah Zafizada aus Afghanistan will Orthopäde werden

Serie: So geht es für die Intea-Schüler der RiMS weiter

Wie geht Integration? Diese Frage stellen wir uns seit 2015 die erste Flüchtlingswelle in Deutschland ankam und Städte und Kommunen vor große Herausforderungen stellte. Auch die Schulen, denn sie mussten plötzlich mit Kindern und Jugendlichen umgehen, die Schreckliches erlebt haben, gar nicht oder kaum die deutsche Sprache verstanden, geschweige denn sprechen konnten, aber dringend einen geregelten Schulalltag und Freunde brauchten, um zu verarbeiten, um anzukommen. Wir stellen dir junge Menschen von der Richard-Müller-Schule und ihre Berufswünsche vor.

„Ich möchte Orthopäde werden!“ Ebadullah Zafizada ist 18, kommt aus Afghanistan und hat seinen Hauptschulabschluss bereits in der Tasche. Und er hat ein Ziel: Bis zum Sommer möchte der junge Afghane auch sein Realschulzeugnis in Händen halten, damit er eine Ausbildung beginnen kann.

Vor fast zwei Jahren ist Ebadullah nach Deutschland angekommen. „Ich bin alleine hierher gekommen, war 32 Tage unterwegs, das meiste zu Fuß. Zwei Tage war ich im Iran, die anderen Länder, durch die ich gekommen bin, kannte ich damals nicht.“ Heute kann er es auf der Karte nachvollziehen, wo die Wälder und Berge liegen, die er auf der Flucht gesehen hat. „Währenddessen läufst du nur, du weißt eigentlich nicht, wo du bist.“

Nur, dass er nach Europa kommen muss, das wusste der heute 18-Jährige. „Das haben mir meine Eltern gesagt. Ich kannte Deutschland gar nicht.“ Per Schlepper kam er nach Fulda. „Am Bahnhof hat er sich von mir getrennt. Und dann stand ich da und bin erstmal zur Polizei. Sie haben meine Fingerabdrücke genommen, Bilder gemacht, Daten erfragt.“ In Kohlhaus kam der junge Mann erstmal unter, später zog er in eine Wohngruppe und begann, Deutsch zu lernen.

In Fulda, sagt er, fühle er sich wohl. „Unfreundlich war hier eigentlich keiner.“ Schwierig sei es trotzdem gewesen, weil viele der Jugendlichen kein Englisch sprechen. Mit Hilfe der Betreuer habe es aber funktioniert. „Und als ich anfangen konnte, Deutsch zu sprechen und in die Schule kam, ging das besser.“

Im nächsten Sommer soll also seine Ausbildung starten. „Ausbildung ist sehr wichtig. Man hat einen Beruf. Damit kann man auch studieren. Aber erstmal einen Beruf haben, ist sehr gut.“ Dafür hat er schon jetzt viele Praktika gemacht und sich den Beruf des Orthopäden ausgesucht.

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QuelleFotos: Mariana Friedrich
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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.