Kaffeekocher und Fußabtreter. So sehen wohl die meisten einen Praktikanten. In einen Beruf hineinschnuppern, Erfahrungen sammeln und sich seiner Berufswahl klar werden, das sind die eigentlichen Ziele eines Praktikums. Und was entspricht jetzt der Realität? Ich berichte dir über meine Erfahrungen.

Ein Text von Samira Berger

Ob Schulpraktikum oder freiwilliges Praktikum –  das Wichtigste ist, neben der Schule oder Hochschule auch Praxisluft zu schnuppern. Leider hat das Praktikum unter Schülern und Studenten einen schlechten Ruf. Es wird oft gesagt, dass man während der Zeit als Praktikant nur Kaffee kochen müsse und als Fußabtreter für die Aufgaben, die keiner machen möchte, dient.

Ist ein Schulpraktikum sinnvoll?

Während meiner Schulzeit habe ich bereits ein Praktikum machen müssen. In der elften Klasse musste jeder zwei Wochen in einem Betrieb arbeiten, „um schon mal in einen Beruf reinzuschnuppern“, haben die Lehrer damals gesagt. Natürlich haben die meisten einfach irgendwo eine Bewerbung hingeschickt. Man hat diese zwei Wochen einfach als eine Art Auszeit von der Schule gesehen, da die meisten nur bis 13 Uhr im Betrieb sein mussten. Ich habe damals in einer Touristeninformation in Frankreich mein Praktikum absolviert, und kann wirklich weiterempfehlen ein Auslandspraktikum zu machen. Man vertieft neben dem praktischen Teil auch noch seine Sprachkenntnisse.

Fürs Leben lernen

Heute, dreieinhalb Jahre später, bin ich wieder Praktikantin. Diesmal hier, bei der move36. Auch das Praktikum mache ich gezwungenermaßen, denn mein Studium der Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main sieht das vor. Dem Vorurteil Kaffeekocher und Fußabtreter muss ich widersprechen, denn ich muss weder Kaffee kochen noch unbeliebte Aufgaben erledigen. Ich werde wie ein normales Redaktionsmitglied behandelt, darf Berichte schreiben, Interviews führen und mehr. Anders als beim Schulpraktikum bringt mir diese Praxisphase etwas. Ich lerne nämlich was für die Zukunft. Das ist wohl das Wichtigste bei einem Praktikum: dass man etwas lernt! Denn man darf nicht vergessen, dass sich Praktika wunderbar in einem Lebenslauf machen.

Keine Panik

Apropos Lebenslauf: Natürlich gehört zu jeder Bewerbung auch ein Bewerbungsverfahren. Nachdem man sich für einen Betrieb entschieden hat, bei dem man ein Praktikum machen möchte, muss man eine schriftliche Bewerbung schreiben. Es gibt aber zahlreiche Vorlagen im Internet, du kannst zum Beispiel mal auf Karriere Bibel schauen. Oder du fragst Verwandte, Bekannte, die sich damit auskennen. Meine Mama hat meine Bewerbung am Ende noch mal Korrektur gelesen, damit sie fehlerfrei ist. Einmal abgeschickt, wird man dann bestenfalls zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, so auch ich. Keine Panik, das ist halb so wild. Im Endeffekt dauerte das Gespräch nur 15 Minuten und eigentlich wollte man nur von mir wissen, wieso ich dieses Praktikum machen will, was ich davon erwarte, also was ich lernen möchte und welche Themen mich besonders interessieren. Ich habe dann dem Chefredakteur erzählt, dass es ein obligatorisches Studienpraktikum ist. Ich habe mich aber bewusst für move36 entschieden, da es ein regionales Magazin ist, welches aber auch globale Themen behandelt. Meine Erwartung, den redaktionellen Tagesablauf kennen zu lernen, deckt sich mit dem was ich als Praktikantin machen muss. Einfach im Voraus über den Betrieb informieren und auf die gängigsten Fragen, wie zum Beispiel wieso man sich denn genau bei diesem Betrieb bewirbt, eine Antwort kennen. Dann kann nichts schief gehen.

Rückblick und Vorschau

Um es noch mal auf den Punkt zu bringen. Praktika sind sehr wichtig. Du kannst sehr viel lernen, wenn du nur willst. Es erleichtert dir die Frage der Berufswahl, sofern du noch nicht weißt, was nach der Schule kommt. Wenn du schon mal 40 Stunden pro Woche in einem Beruf gearbeitet hast, wird dir klar, ob du wirklich in dem Job arbeiten willst. Noch ein kleiner Tipp am Ende: Bewirb dich rechtzeitig! Bei öffentlich-rechtlichen Betrieben musst du dich meistens ein Jahr vor Praktikumsbeginn bewerben, um überhaupt eine Chance zu haben. Ich für meinen Teil weiß jetzt, dass ich nach meinem Studium auf jeden Fall in einer Redaktion arbeiten will. Die Arbeit mit dem move36-Team macht mir eine Menge Spaß. Ich habe die redaktionellen Abläufe kennen gelernt, weiß wie viel Arbeit dahinter steckt, bis ein Magazin geplant, entworfen und gedruckt ist.

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