7000 Städte in 178 Ländern schalteten bei der Earth Hour 2016 das Licht aus, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Dieses Jahr sind wir dabei, denn zum ersten Mal beteiligt sich die Barockstadt und hüllt unter anderem den Dom am 25. März für eine Stunde in Dunkelheit.  

In einer Stunde kann man eine ganze Menge tun. Mit dem Zug schafft man es von Fulda bis Frankfurt. In einer Stunde haben unserer beiden Thermomix-Duellanten Joscha und Steffen für die aktuelle Ausgabe des move36-Magazins ein Zwei-Gänge-Menü auf den Tisch gezaubert. Und in einer Stunde können wir die Welt verändern.

Gut, das klingt etwas naiv. Aber das Projekt „Earth Hour“ ist ein Anfang, ein Zeichen, wie leicht wir alle am Klimaschutz drehen können, wenn wir wollen. Die Idee zur Earth Hour entstand 2007 in Sydney. Die Umweltschutzorganisation WWF Australia hatte das Ziel ausgerufen, die CO2-Emission von Australiens größter Stadt innerhalb eines Jahres um fünf Prozent zu reduzieren. Symbolisch schaltete die Stadt ihre Beleuchtung für eine Stunde aus.

Inzwischen ist die „Earth Hour“ ein globales Ereignis, an dem sich jährlich große Städte beteiligen – 7000 in 178 Ländern waren es im vergangenen Jahr. 2017 wird auch die Barockstadt erstmalig dabei sein und am 25. März von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr die Beleuchtung des Doms, der Orangerie und des Klosters Frauenberg abschalten, um so ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz zu setzen.

Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner freut sich auf möglichst viele teilnehmenden Fuldaer Bürgerinnen und Bürger und appelliert: „Wir alle können uns an der Earth Hour beteiligen. Schalten Sie am 25. März für eine Stunde von 20.30 bis 21.30 Uhr zuhause das Licht aus, und setzen Sie ein Zeichen für den Klimaschutz. Denn wir alle können gemeinsam einen Teil zum Klimaschutz beitragen.“

Die Idee kommt nicht von Ungefähr. Im vergangenen Jahr wurde rund um die Earth-Hour auch in der Bevölkerung diskutiert, warum Fulda sich nicht beteiligt. Dieses Jahr ist es also soweit. Klimamanagerin Bianca Heinzen steht dabei voll hinter der Idee: „Klimaschutz ist eine wichtige globale Herausforderung, und die Umsetzung erfolgt vor allem auf kommunaler Ebene“, betont Heinzen, die versichert: „Ich mache selbstverständlich auch privat mit und werde das Licht zuhause ausschalten.“

Die Stadt Fulda stelle sich der Anforderung des Klimaschutzes auf lokaler Ebene, was auch die zahlreichen Klimaschutzprojekte der Stadt belegten: Neben der energetischen Sanierung vieler öffentlicher Gebäude setze die Stadt Fulda auch einen Fokus auf den Bereich Verkehr und Klimaschutz, so Heinzen. Die aktuelle Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes beispielsweise, der als Klimaschutzteilkonzept gefördert wird, analysiere die aktuelle Verkehrssituation und solle die Potenziale für eine umweltfreundlichere Mobilität in Fulda aufzeigen. Im Anschluss werde ein Maßnahmenkatalog vorgestellt, der vor allem eine klimafreundliche Mobilität wie den Radverkehr, Fußverkehr und den ÖPNV stärken soll.

Mit der Earth Hour 2017 möchte die Stadt Fulda ein weiteres Zeichen für den Klimaschutz setzen.

Was bringt das?

Natürlich reicht es nicht, nur für eine Stunde im Jahr auf den Stromverbrauch zu achten. Unsere Städte, so betont die WWF, sind mit 70 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen eines der größten Zahnräder in der Maschinerie Klimawandel und können entsprechend auch viel bewirken, wenn sie nachhaltiger mit ihren Ressourcen umgehen. Müssen beispielsweise alle Sehenswürdigkeiten rund um die Uhr beleuchtet sein? Städte wie Toronto soll mit der Aktion Reduktionen des Stromverbrauchs von bis zu 15 Prozent erreichen. Doch jeder von uns kann selbst seinen Beitrag leisten.

Und dafür müssen wir nicht permanent im Dunkeln sitzen. Eine Berechnung des Öko-Instituts in Kooperation mit der taz 2007 zeigte, dass, wenn die Hälfte aller deutschen Haushalte für fünf Minuten das Licht ausschalten würden, wir 343 Tonnen CO2 sparen würden. Würden wir dagegen unsere Glühbirnen gegen Energiesparlampen tauschten, kämen wir auf 2,5 Millionen Tonnen CO2 Ersparnis.

Die „Earth Hour“ kann also nur ein Zeichen sein. Aber das ist sie. Ein Aufrütteln, ein bewusst machen, wo wir täglich Energie einsetzen, die uns oft nicht mal bewusst ist und die wir eigentlich gar nicht brauchen.

Was die Stadt genau macht, um das Klima zu schützen, kannst du dir übrigens hier anschauen.

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QuelleFoto: Stadt Fulda
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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.