Das Thermometer knackt die 30-Grad-Marke. Heute ist der heißeste Tag der Woche. Am heißesten Tag des Jahres wurden in Deutschland 37 Grad gemessen. Bei solchen Temperaturen sieht man sie überall. Die feuerroten Krebse, die zu faul waren, sich einzucremen. Dabei ist Sonnencreme verdammt wichtig. Apotheker Christof Günter erklärt, worauf es ankommt.

Christof Günter, Apotheker und Inhaber der Löwen-Apotheke, erklärt den Vorteil von Sprays gegenüber Cremes.

Welcher Lichtschutzfaktor ist für wen am Besten?

Die Auswahl richtet sich nach dem Hauttyp und der Situation, in der man die Creme braucht. Wer Urlaub am Meer macht, ist einer großen spiegelnden Wasseroberfläche ausgesetzt. Dadurch ist die UV-Strahlung sehr intensiv. Helle Hauttypen sollten einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor wählen, 30 oder 50. Den Hauttyp erkennt man unter anderem an der Augen- und Haarfarbe. Helle blaue Augen und blonde Haare entsprechen zum Beispiel einem hellen nordischen Hauttyp. Braune Augen und schwarze Haare sind eher typisch für einen südländischen Typ. Die vertragen in der Regel mehr Sonne und brauchen nicht einen ganz so hohen Lichtschutzfaktor.

Was sagt der Lichtschutzfaktor eigentlich aus?

Die Zahl besagt, dass man um ein Vielfaches länger in der Sonne bleiben kann, bis man eine Schädigung, wie zum Beispiel einen Sonnenbrand bekommt. Ein heller Hauttyp verträgt vielleicht fünf bis zehn Minuten Sonneneinstrahlung ohne Sonnenschutz. Verwendet man Sonnencreme mit Faktor 30, darf man 30 mal so lange in der Sonne bleiben. Beim Faktor 50 ist es entsprechend die 50-fache Zeit. Nach der Zeit sollte man in den Schatten gehen.

Kann ich die Zeit in der Sonne durch ständiges Eincremen unendlich verlängern?

Das funktioniert nicht. Die Strahlung, die der Körper dann aufgenommen hat, ist das Maximum für diesen Tag. Man sagt zwar, dass man sich immer wieder eincremen soll. Das dient aber dazu, die Creme gleichmäßig auf der ganzen Haut zu verteilen und so auch Stellen zu erwischen, die man beim ersten Mal vielleicht übersehen hat. Außerdem geht beim Baden auch ein bisschen Creme im Wasser verloren.

Wie dick muss ich die Creme auftragen?

Lieber zwei-, dreimal mehr eincremen und dafür dünner. Wichtig sind vor allem die empfindlichen Stellen – die Schultern, die Nase, aber auch die Ohren.

Wie wirkt so eine Creme eigentlich?

In ihr sind Lichtschutzfaktoren eingebaut. Die können je nach Sorte der Creme entweder mineralisch oder nichtmineralisch sein. Die mineralische Variante enthält weißes Titandioxid. Dieser Stoff hat eine reflektierenden Wirkung und dichtet die Haut ab. Besonders Kinder sollten solche Cremes verwenden.

Kann ich mich unbesorgt in die pralle Sonne legen, wenn ich mich eingecremt habe?

Für einen gewissen Moment ist das erlaubt, um beispielsweise zu trocknen, wenn ich aus dem Wasser komme. Eine zu starke Aufheizung ist nicht gut für den Kreislauf. Das klassische Bild, alle am Strand liegen stundenlang in der Sonne und lassen sich braten, sollte man vermeiden.

Was passiert, wenn ich auf den Sonnenschutz verzichte?

In den meisten Fällen geht es schief. Man sollte, falls man keinen Sonnenschutz dabei hat, seine Kleidung anlassen. Das ist aber kein 100-prozentiger Schutz. Auch durch das T-Shirt kann man einen Sonnenbrand bekommen.

Klar, man kann einen Sonnenbrand bekommen, aber der ist ja nach ein paar Tagen wieder weg…

Ein Sonnenbrand ist erst mal etwas ganz Furchtbares. Es tut schrecklich weh, es brennt. Die Haut ist unser größtes Organ, schützt den Körper vor der Austrocknung und vor eindringendem Wasser. Im Extremfall bilden sich Verbrennungen dritten Grades und Blasen. Zunächst ist zwar kein bleibender Schaden vorhanden. Doch das ist heimtückisch. Hautkrebs kann auch zehn Jahre später erst auftreten.

Kann ich auch beruhigt Cremes beim Discounter kaufen?

Wichtig ist, dass sich das Produkt gut verteilen lässt und nicht klebt. Man sollte immer klar auf die Packung schauen, ob die Creme vielleicht auch klinisch getestet ist. Hochwertigere Produkte findet man in Apotheken. Es ist aber so wie bei allen Produkten – das teuerste ist nicht immer das beste. Meist ist der Griff zum mittelpreisigen Produkt die richtige Wahl. 200 Milliliter reichen für eine Person etwa für einen zweiwöchigen Urlaub.

Ist Spray besser als Creme?

Der Vorteil von Sprays ist, dass der Sonnenschutz besser verteilt wird. Gerade, wenn niemand da ist, der einem den Rücken eincremt, bietet es sich an. Man sollte aber aufpassen, dass es nicht ins Auge kommt. Für das Gesicht ist es daher weniger geeignet.

Wie sieht es mit AfterSunLotions aus? Wie sinnvoll sind die?

Die sind sehr wichtig. Die Haut braucht – gerade bei einem Sonnenbrand – Feuchtigkeit. Außerdem kühlen sie sehr gut.

Ich habe die Sonnencreme vergessen. Kann ich auch ruhigen Gewissens Produkte im Ausland kaufen?

Ja das ist kein Problem. Der Lichtschutzfaktor ist genormt, der ist weltweit gleich.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.