Analsex war und ist für die meisten ein Tabuthema und nur etwas für Pornos. Die Faszination wird aber immer größer: Laut Pornhub stiegen die Suchanfragen nach Analsex zwischen 2009 und 2015 weltweit um 78 Prozent an. 

Ein Text von Anna Rockel

Immer mehr Menschen finden Gefallen daran. Früher war er fast überall auf der Welt verboten, da er genauso unsittlich galt wie Sex mit Tieren. Der Analsex. Es gibt auch heute noch Länder, in denen Analsex strengstens verboten ist. Zum Beispiel wird in Saudi-Arabien Analsex unter heterosexuellen Paaren mit Gefängnis und Geldstrafen für die Frau und für den Mann mit Peitschenhieben geahndet. Analsex zwischen Männern wird dort mit dem Tod bestraft. In Europa ist die Praktik zur Freude vieler legal.

Bei Analsex gibt es gewisse Dinge, die man beachten sollte, damit es allen beteiligten auch Spaß macht. Wenn du also ein paar kleine Regeln befolgst, ist Analsex eine nette Abwechslung im Bett, bei dem einige Frauen sogar einen Orgasmus erleben können. Die Mythen rund um Analsex halten sich aber dennoch aufrecht:

Analsex ist schmerzhaft:

Hierbei spielt der aktive Partner eine tragende Rolle, denn wenn er richtig einführt, sollte es zu keinen Schmerzen kommen. Vor allem aber muss man sich langsam vorarbeiten. Am besten sollte man erst ein paar Finger einführen oder ein Sextoy benutzen, um den Schließmuskel zu entspannen. Der Partner soll sein bestes Stück immer nur ein kleines Stück weit in den Anus schieben. Mann sollte auch nicht zu hart und tief zustoßen, da es sonst leicht zu Verletzungen kommen kann, die letztendlich auch die Funktionalität des Schließmuskels beinträchtigen können. Ihr solltet auch immer mit Gleitgel oder genug Speichel nachhelfen, denn im Gegensatz zur Scheide produziert der After keine natürliche Gleitflüssigkeit.

Die erste Dehnung beim Eindringen ist tatsächlich nicht nur ein reines Vergnügen, aber wenn man langsam und behutsam vorgeht hören die Schmerzen schnell wieder auf. Außerdem sind viele beim ersten Mal sehr aufgeregt und möglicherweise verkrampft, weswegen es unangenehm werden kann. Es ist wie bei allem anderen Sexpraktiken auch: Die Übung macht den Meister!

Analsex wollen nur Männern und keine Frauen:

Viele haben den Eindruck, dass Analsex etwas ist, was nur von hemmungslosen Prostituierten praktiziert wird. Tatsächlich ist der Popo-Sex eine Praktik, die sowohl von Männern als auch von Frauen am häufigsten als jene genannt wird, die sie einmal ausprobieren möchten. Es ist also auf keinen Fall etwas, was von Frauen als dreckig oder verwerflich angesehen wird.
Der Schließmuskel ist enger als die Vagina und daher wird der Penis stärker komprimiert und Männer empfinden ein intensiveres Lustgefühl. Einige Männer sprechen auch von großer Dominanz, die sie bei Analsex empfinden – und genießen.

Analsex ist unhygienisch:

Bei intensivem Körperkontakt ist das A und O natürlich immer die Hygiene. Wenn der Darm entleert ist und du frisch geduscht bist, brauchst du dir keine Sorgen machen: Der Enddarm ist ein sauberes Organ, in dem nur unmittelbar vor dem Stuhlgang Fäkalien enthalten sind.

Beim Analsex muss man nicht verhüten:

Vor sexuell übertragbaren Krankheiten, wie Aids oder Hepatitis schützt Analsex nicht, also ist auch hierbei höchste Vorsicht geboten und man sollte immer ein Kondom verwenden – außer man weiß von seinem Partner genau, dass er keine Infektionen hat. Vor Schwangerschaft ist man auch nicht hundertprozentig geschützt, denn es kann immer eine kleine Menge Sperma in die Vagina gelangen. Ganz wichtig ist auch, auf einen direkt aufeinander folgenden Anal-Vaginal-Verkehr zu verzichten, da Keime aus dem Darm Scheideninfektionen auslösen können.

Dein Schließmuskel leiert aus:

Das ist genauso ein Gerücht, wie dass die Vagina durch eine Geburt komplett ausgeleiert wird. Durch regelmäßigen Analsex reagiert der Schließmuskel entspannter, was vor allem auch eine Kopfsache ist. Bei behutsamem Analsex passiert gar nichts mit dem Schließmuskel. Gefährlich ist es nur, wenn der aktive Partner einfach drauf los hämmert. Das würde nebenbei keiner Körperöffnung gut tun.

Analsex ist also absolut nichts Gefährliches, wenn man sich an ein paar simple Dinge hält. Ob es gefällt oder nicht, muss natürlich trotzdem jeder selber entscheiden. Das Wichtigste ist, immer mit dem Partner zu reden, vor allem wenn sich etwas nicht gut anfühlt.