Dass Lesen bildet, ist schon lange klar – natürlich je nachdem, was man liest. Nun hat eine Studie ergeben, dass gerade die Fantasyreihe um Harry Potter positive Auswirkungen auf die soziale Entwicklung von Kindern hat.

Ein Text von Rebecca Traud

Eine Studie des „Applied Journal of Social Psychology“ belegt, dass Kinder, die mit den Zaubergeschichten um Harry Potter aufwachsen, eine andere Wahrnehmung gegenüber Minderheiten aufbauen. Durch das Verschlingen der Zauberweltbücher sind die Kinder toleranter und hegen weniger Vorurteile gegenüber Flüchtlingen, Homosexuellen oder Migranten.

In der Studie befragten die Wissenschaftler Grundschüler, Mittelschüler und Studenten aus Großbritannien und Italien. Sie mussten einen Fragebogen rund um das Thema Immigration ausfüllen. Außerdem wurden in den darauffolgenden Wochen mehrere Passagen aus den Büchern von J.K. Rowling diskutiert.

Bücher fördern die Toleranz

Das Ergebnis ist erstaunlich: Schüler, die sich mit dem Protagonisten identifizieren, haben Immigranten gegenüber eine deutlich tolerantere Einstellung. Auch Harry Potter tritt allen Personen und Wesen, denen er in seinen Abenteuern begegnet, offen und warmherzig gegenüber. Weiterhin ergreift er immer wieder Partei für Muggel und Zauberer ohne magische Eltern, sogenannte Schlammblüter. Auch Hermine ist ein gutes Beispiel, wie man Toleranz lernen kann. Sie ist Schlammblut und wird deshalb oft gemobbt. Letztendlich entwickelt sie sich zur sagenhaften Hexe und ihre Herkunft ist schnell vergessen. Andere Beispiele sind Neville, Luna oder Ron, die ebenfalls immer wieder gemobbt und später zu Helden werden.

Die Bücher zeigen also ziemlich konkret, wie Rassismus entsteht, welche Auswirkungen er hat und wie man ihn bekämpft. Einige Figuren werden aufgrund ihrer Abstammung oder gewisser Charakterzüge ausgeschlossen und abgelehnt. Harry Potter nimmt sich diesen jedoch an. Ebenso wie ihr Vorbild, scheinen auch die Fans des jungen Zauberers diese Werte zu schätzen und entwickeln sich somit sozial toleranter. Auch der Schulleiter der magischen Hogwartsschule, Professor Dumbledore, vertritt tolerante Ansichten. So beginnt die Studie mit folgendem Zitat Dumbledore’s:

„Obgleich wir von verschiedenen Orten kommen, und eine andere Sprache sprechen, schlagen unsere Herzen gemeinsam.“

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