Ein Bild oben ohne aus dem Fitnessstudio vom Freund, ein Bild morgens vorm Spiegel in Unterwäsche von der Freundin. Sexting – das Verschicken von anzüglichen, erotischen Bildern – ist in Zeiten von WhatsApp, Tinder, Snapchat und Co. unter Jugendlichen völlig normal geworden, wie eine Umfrage von Saferinternet zeigt.

Ein Text von Rebecca Traud

Ob Mädel oder Junge: Morgens stehst du frisch geduscht im Bad, hast gerade die Unterwäsche angezogen und denkst an deinen Liebling oder den Flirt von letzter Woche. Schnell das Handy gezückt und ein Foto geschossen, damit dein Gegenüber auch morgens schon an dich denkt und es kaum erwarten kann, dich wieder zu sehen. Sexting, das Verschicken erotischer Bilder in aufreizenden Posen, fast oder gar ganz nackt finden Jugendliche völlig normal, wie die österreichische Studie zeigt.

Rund die Hälfte der 500 Befragten zwischen 14 und 18 Jahren kennt jemanden, der schon mal erotische Bilder von sich verschickt hat. Jeder Dritte hat schon mal anzügliche Bilder erhalten. Und 16 Prozent gaben an, selbst bereits Bilder von sich gemacht und verschickt zu haben. Es sei völlig normal, seinem Partner in einer Beziehung, meist via Whatsapp, Nacktbilder zu schicken, sagen 31 Prozent. Dass allerdings 24 Prozent Nacktbilder von völlig fremden Personen erhalten, ist überraschend.

Das Netz vergisst nichts!

Zwar ist die Gefahr, die vom Verschicken solch intimer Bilder ausgeht, den meisten (81 Prozent) klar. Trotzdem gehen Jugendliche oft zu naiv mit vertraulichen Informationen und Bildern um. Rasend schnell kann ein Bild, das eigentlich nur für den Liebling gedacht war, im Internet landen. Was harmlos anfängt, kann letztendlich bitter böse ausgehen. Wer kennt den Spruch nicht: Das Internet vergisst nichts! Das ist nicht nur ein schlauer Spruch von Papa – nein, da ist tatsächlich viel Wahres dran. In der digitalen Welt lässt sich alles kopieren und vervielfachen, rasend schnell verbreiten und bis an die entferntesten Orte schicken.

Es kann in Cybermobbing und Erpressung enden

Überlege dir doch nur mal – eine Beziehung geht zu Bruch, aus welchem Grund auch immer. Dein Partner hat die Bilder von dir sehr wahrscheinlich gespeichert. Hat er oder sie irgendwelche Rachegelüste und stellt die Fotos in Netz, ist Cybermobbing nicht mehr weit entfernt. In krasseren Fällen kann sowas in Erpressung ausarten. Das sind natürlich Härtefälle. Es muss ja nicht zwanghaft sein, dass dein ehemaliger Partner dich bloßstellen will. Nur solltest du dir immer darüber bewusst sein, wem du in der digitalen Welt solche intime Daten gibst.